Ich darf die Erwartungen nicht zu hoch stecken

Bernd Leno

So hat sich auch Löw seinen Sichtungs-Cup für die WM-Titelmission vorgestellt. Am Ende geriet der deutsche Sieg bei einigen guten Aktionen der Australier sogar noch in Gefahr. Er lobt den sehr starken Goretzka und nimmt Torwart Leno in Schutz. Mit dem spielerisch dominanten 3:2 (2:1) gegen den schwächsten Gruppengegner Australien ebnete der Weltmeister am Montag in Sotschi trotz einigen Wacklern den Weg in Richtung Halbfinale.

Zum Glück dauert ein Spiel aber nach wie vor 90 Minuten, wohl auch aus Löws Sicht, denn er war schon im Vorfeld ein Befürworter des Confed Cups. "Die Stabilität zu halten, daran können wir arbeiten", fuhr Löw in seiner Analyse fort.

Vor 28 605 Zuschauern schossen der Gladbacher Turnierneuling Lars Stindl (5. Minute), Weltmeister Draxler (44./Foulelfmeter) und der starke Schalker Leon Goretzka (48.) den verdienten Sieg heraus. Ob er in Russland eine zweite Chance zum Vorspielen bekommt, ist fraglich, ganz unabhängig von seiner Leistung in Sotschi. Er hat sehr viel gearbeitet. Verteilte die Bälle und gewann die wichtigen Zweikämpfe.

Nach der Pause kam bei den Australiern Robbie Kruse zur Belebung des Angriffsspiels, was sich bezahlt machte. "Das macht ihn so gefährlich", zählte Löw auf. Das ist für eine Abwehr schwer zu verteidigen. "In der ersten Halbzeit hätten wir mehr Tore machen müssen, in der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so überlegen". Das war ein sehr schöner Pass zu ihm. Mit einem überlegten Schuss schloss dieser zu seinem ersten Länderspieltor ab.

Die Atmosphäre, fand Sandro Wagner, war "sehr neutral" und weil keine Party, keine Feier, keine Veranstaltung der Welt als gelungen gilt, wenn irgendjemand danach sagt, es sei "neutral" gewesen, schob er noch hinterher, dass es trotzdem Spaß gemacht habe. Den ersten Auftritt von Europameister Portugal mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo gegen Mexiko (2:2) in Kasan sahen 34.400 Besucher, das 2:0 Chiles in der deutschen Vorrundengruppe B gegen Kamerun in Moskau 33.500. "Da sind schon ein paar Weltklassespieler dabei", erklärte Goretzka, die erste große deutsche Entdeckung beim WM-Testlauf in Russland. Er wolle diese "Mini-WM" nutzen, um vielen jungen Spielern die Chance zu geben, sich auf Turnier-Niveau zu präsentieren.

Nach zwei Fehlgriffen von Torwart Bernd Leno kamen die Australier indes zwischendurch immer wieder in Spiel zurückgekommen. Es ist sicherlich gut, dass nicht alles so gut gelaufen ist.

Nach dem Seitenwechsel sah man dann schon ein ausgeglicheneres Spiel. "Chile spielt mit einer unglaublichen Variabilität und Intensität", sagte der DFB-Chefcoach.

Mit zwei Patzern war Torhüter Bernd Leno gegen Australien der Verlierer im deutschen Team. Er war mit Vollspann abgezogen.

Beim zweiten hätte er "den Ball festhalten müssen, klar".

Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte vor dem Turnierstart den "besten Fußball aller Zeiten" versprochen, doch das Interesse an den bislang durchweg interessanten Spielen ist gering. Er hat gut mitgespielt. "Er ist in einer sehr guten Form und macht einen sehr guten, fitten Eindruck".

Sie haben von Ansätzen gesprochen. "Wer erwartet nach zehn Tagen, dass alles funktioniert?" Es ist eine Mannschaft, die in der Formation noch nie gespielt hat. Vor allem Brandt, Goretzka, Draxler und Kimmich konnten in der ersten Hälfte überzeugen.

"Er ist heute irrsinnige Wege von hinten nach vorne gelaufen, er hat einen Elfmeter herausgeholt und selbst getroffen", zählte Mitspieler Joshua Kimmich nach der Partie auf - mit dem eindeutigen Resümee: "Für mich war er der beste Spieler auf dem Platz, einfach klasse". Nach einer Stunde ist ihm ein bisschen die Luft ausgegangen. Die Frage war, ob die Leistung die Eintrittskarte für viele weitere Einladungen zur Nationalmannschaft gewesen sei: "Dafür reicht nicht ein gutes Spiel".

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