Krisentreffen der Air-Berlin-Aktionäre

JE- Air Berlin Flugzeuge und ein Lufthansa Flugzeug stehen am Flughafen Berlin-Tegel

Air Berlin sei wieder eine sichere, pünktliche und zuverlässige Fluggesellschaft. 2017 sei ein Jahr des Übergangs, doch für 2018 peile das Unternehmen auf operativer Ebene (Ebit) schwarze Zahlen an, sagte Finanzchef Dimitri Courtelis am Mittwoch auf der Hauptversammlung am Flughafen London-Heathrow. "An unserer Aussage vom April "Die Liquidität des Unternehmens ist gesichert" hat sich nichts geändert", betonte Unternehmenschef Winkelmann. Air Berlin stellte bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen daraufhin eine Voranfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags.

Verhandlungen zwischen Etihad und dem Tui-Konzern über eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft der Air-Berlin-Tochter Niki mit Tuifly waren in der vergangenen Woche gescheitert. Wegen der schwierigen Lage lotet der Lufthansa-Rivale seit vergangene Woche die Möglichkeit aus, von zwei Bundesländern Bürgschaften zu erhalten. Der Bund könne bei Beteiligung eines ostdeutschen Landes und Bürgschaften von mehr als zehn Millionen Euro eine zusätzliche Absicherung übernehmen, erläuterte sie zum Verfahren. Der Antrag liege ihrem Haus vor und werde geprüft, doch könne sie nichts zur Höhe der angefragten Bürgschaft sagen, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) am Dienstag. Oder Gabelstaplerfahrer Michael Hablasch, der den Air-Berlin-Anstecker auch auf Firmen-Events am Revers trägt.

Nicht kommentieren wollte Winkelmann am Rande des Aktionärstreffens Spekulationen, es gebe mit der Lufthansa Gespräche über deren Einstieg bei Air Berlin. Wenn sie von Air Berlin sprechen, sagen sie "wir". Ganz so, als gäbe es sie nicht, diese riesige Krise, in der Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft steckt. Seit 2008 schreibt Air Berlin - mit einer Ausnahme durch den Verkauf des Vielfliegerprogramms - beständig rote Zahlen. Vergangenes Jahr standen unter dem Strich knapp 800 Millionen Euro Verlust. Großaktionär Etihad hat der angeschlagenen Airline im Apri. Der Luftverkehrsexperte Gerald Wissel spekuliert über Absprachen auf Regierungsebene: "Wahrscheinlich hat Etihad seine Finanzierungszusagen davon abhängig gemacht, dass sich auch der deutsche Staat an der Rettung beteiligt". Die Flotte der restlichen Air Berlin zählt 75 Flugzeuge.

Die Buchungen bei Air Berlin sind dem Unternehmen zufolge sicher.

Womöglich, sagte ein Ex-Manager der Airline dem SPIEGEL, bereitet das Management längst alles für den Verlauf von Air Berlin vor. "Flüge zu Langstreckenzielen und zu den wichtigsten Geschäftszentren in Deutschland und Europa werden von Air Berlin ab Düsseldorf und Berlin durchgeführt".

Die Kunden von Air Berlin können auf Kulanz hoffen. "Aber Air Berlin wird alle berechtigten Ansprüche seiner Kunden erfüllen", erklärte sie.

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