Letzte Ehrung beschlossen | Darum gibt es keinen Staatsakt für Helmut Kohl

Helmut Kohl am 20. Februar 1990 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt

Der langjährige Bundeskanzler und Wegbereiter der Wiedervereinigung war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Ludwigshafen gestorben. Deshalb gebühre Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den er sich persönlich einsetzen werde, sagte Juncker der "Bild am Sonntag". Dies sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen.

Kohl soll als erste Persönlichkeit in der Geschichte der EU mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden.

Berlin - Die Pläne für einen gebührenden Abschied von Altkanzler Helmut Kohl nehmen allmählich Gestalt an. Direkt nach den Feierlichkeiten in Straßburg sei im Dom zu Speyer in Rheinland-Pfalz eine Totenmesse geplant, hatte die "Bild am Sonntag" geschrieben. "Er hat sich um die Wiedererlangung der Einheit unseres Vaterlandes und die Europäische Einigung wie kaum ein anderer verdient gemacht". Papst Franziskus würdigte den Altkanzler als "großen Staatsmann und überzeugten Europäer". "Dazu finden derzeit Gespräche statt".

Die EU-Kommission steht nach Angaben einer Sprecherin im Kontakt mit Kohls Familie und den deutschen Behörden, um einen europäischen Staatsakt zu organisieren. Am 2. und 3. Juli wollen die Spitzen von CDU und CSU in Berlin ihr gemeinsames Wahlprogramm verabschieden. Thüringens SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sagte der Zeitung: "Besonders gut wäre es, wenn bei der Benennung nach Helmut Kohl die Straße oder der Platz einen Bezug zu Europa oder zur deutschen Einheit hätte". Und weiter: "Europäische Einheit und transatlantische Partnerschaft waren ihm immer Herzensanliegen".

Die Berliner CDU-Vorsitzende Monika Grütters sprach sich im "Tagesspiegel" dafür aus, eine Stiftung im Gedenken an Kohl einzurichten.

Der frühere Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann würdigte Kohl als geradlinigen, sensiblen und gebildeten Menschen. "Er war nicht die Dampfwalze, die alles brutal niederwalzte, zu der ihn manche immer wieder machen wollten", schrieb er in einem Beitrag für die "Rheinische Post".

Sotschi - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. "Ich bin traurig darüber, dass ich mich mit ihm vor seinem Tod nicht mehr aussprechen konnte".

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