Offenbar kein nationaler Staatsakt für Helmut Kohl geplant

AFP 2017 David GannonLafontaine

"Mit Helmut Kohl verlieren wir einen großen Deutschen und großen Europäer", schrieb sie. Der frühere Bundeskanzler Kohl (CDU) war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. An dem Staatsakt sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Nach der Totenmesse werde der engste Familien- und Freundeskreis in der Traukapelle im Adenauerpark Abschied nehmen, berichtete das Blatt. Bis zum geplanten Staatsakt soll Kohl in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim aufgebahrt bleiben. Entscheidungen seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Mainzer Staatskanzlei und dem Bundespräsidialamt in Berlin. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein.

Sotschi - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. Sie legten Blumen nieder und gedachten still des Verstorbenen.

Am Samstagabend hatten sich etwa 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union vor dem Wohnhaus des Altkanzlers versammelt. Der Altkanzler war im Jahr 2005 zusammen mit Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush senior der erste Empfänger des Point-Alpha-Preises gewesen, der Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas würdigt.

Wann auch in Deutschland ein Staatsakt zu Ehren des CDU-Politikers stattfindet, war zunächst nicht bekannt. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. "Er hat sich um die Wiedererlangung der Einheit unseres Vaterlandes und die Europäische Einigung wie kaum ein anderer verdient gemacht". Die Nachricht von Kohls Tod erreichte die Regierungschefin während eines Besuches in Rom. Thüringens SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sagte der Zeitung: "Besonders gut wäre es, wenn bei der Benennung nach Helmut Kohl die Straße oder der Platz einen Bezug zu Europa oder zur deutschen Einheit hätte". Dort traf sie am Samstag Papst Franziskus.

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