Schulz begrüßt Idee eines europäischen Staatsakts für Kohl

Gelebte Geschichte. Helmut Kohl bei einer Kundgebung nach dem Fall der Mauer in Berlin hinter ihm der damalige deutsche Aussenminister Hans Dietrich Genscher

Die Bundesregierung äußerte sich zunächst nicht zu den Trauerfeierlichkeiten für Kohl.

Als erste Persönlichkeit in der Geschichte der EU soll Helmut Kohl mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden.

In Berlin und in Kohls Heimat Rheinland-Pfalz wird der Verstorbene seit Sonnabend für mehrere Tage mit Trauerbeflaggung geehrt, in der CDU-Zentrale in der Hauptstadt tragen sich den ganzen Tag über Trauernde in ein Kondolenzbuch ein. "Deshalb gebührt Helmut Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den ich mich persönlich einsetzen werde", sagte Juncker, der schon am Freitag in der EU-Hauptstadt Brüssel die Flaggen auf halbmast hatte setzen lassen. An dem Staatsakt sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Der Staatsakt ist nach Angaben des Blattes in Straßburg vorgesehen. Ein Kondolenzbuch liegt im Foyer des Bundeskanzleramtes aus.

Dies sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen, schreibt die Zeitung (Montag).

Nach dem Tod von Helmut Kohl nehmen die Menschen Abschied vom langjährigen Bundeskanzler und Wegbereiter der Wiedervereinigung.

Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben.

Steinmeier schrieb in das im Kanzleramt ausliegende Kondolenzbuch: "Helmut Kohl war ein Ausnahmepolitiker und ein Glücksfall für unser Land".

Am Samstagabend hatten sich etwa 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union vor dem Wohnhaus des Altkanzlers versammelt. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder. Der Altkanzler war im Jahr 2005 zusammen mit Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und dem ehemaligen US-Präsident George Bush senior der erste Empfänger des Point-Alpha-Preises gewesen, der Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas würdigt.

Jean-Claude Juncker nannte Helmut Kohl einmal "den größten Europäer, den ich im Laufe meines Lebens kennenlernen durfte".

Kohl hatte 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Bei einer Privataudienz mit Kanzlerin Angela Merkel erklärt der Pontifex in Rom, Kohl habe "mit Weitblick und Hingabe für das Wohl der Menschen in Deutschland und der europäischen Nachbarn gearbeitet". Und weiter: "Europäische Einheit und transatlantische Partnerschaft waren ihm immer Herzensanliegen".

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