Videobeweis sorgt zum Confed-Cup-Start für Aufregung

Alexis Sanchez hat eine leichte Verletzung am linken Knöchel

Beim Confed-Cup wird bereits zum zweiten Mal ein Treffer durch den Videobeweis aberkannt. Und damit wurden Stärken und Schwächen dieses Systems gleich am ersten Wochenende des Turniers offengelegt. Auch Deutschland erlebt den Videobeweis erstmals hautnah.

Die Chilenen übernahmen nach dem ersten Spiel der Gruppe B, in der Weltmeister Deutschland am Montag gegen Australien (17.00 Uhr MESZ/ZDF) ins Geschehen eingreift, die Tabellenführung. "Ich glaube, dass man etwas abwarten muss". Es ist für uns alle etwas ungewohnt, wenn der Schiedsrichter das Spiel für ein, zwei Minuten unterbricht.

Nach dem zweiten Treffer der Australier durch Tomi Juric (56.) hatte US-Schiedsrichter Mark Geiger den Videobeweis wegen eines möglichen Handspiels des Torschützen gefordert. Grundsätzlich positiv sieht auch Chiles Trainer Juan Antonio Pizzi die Innovation. "Einen Versuch ist es wert", sagte Löw über das bereits am Eröffnungswochenende heftig diskutierte neue System. Die Video-Schiedsrichter hätten in Sotschi immer die richtigen Entscheidungen getroffen.

Am Sonntag wurde bei zwei Spielen insgesamt viermal die Frage "Tor oder nicht Tor" erst nach Rücksprache mit dem Video-Referee entschieden - zwei Tore wurden aberkannt, zwei gegeben.

Ein Kommunikationsproblem. Denn richtig deutlich wird nicht, wenn der Videobeweis eingesetzt wird. Der DFL-Direktor für Fußball-Angelegenheiten und Fans, Schwenken, sagte, man sei angesichts umfangreicher Vorbereitungen gut gerüstet.

Am Ende des Spiels war die Verwirrung komplett. "Somit sind unsere Video-Assistenten sicherlich anwendungssicherer als jemand, der vor einem Turnier in ein paar Tagen Schnellkurs darauf vorbereitet worden ist".

In allen vier Fällen wurde durch den Videobeweis am Ende eine korrekte Entscheidung herbeigeführt. Und Kameruns Trainer Hugo Broos betont: "Das ist ein starkes, exzellentes Team". Bis zur Entscheidungsfindung dauerte es dann jeweils weit mehr als eine Minute.

Vor 33.492 Zuschauern in Moskau gab es im ersten Durchgang die größte Aufregung Sekunden vor der Pause, als die Chilenen schon ihren vermeintlichen Führungstreffer durch Vargas bejubelten.

Im Duell zweier deutscher Gruppengegner setzte sich der Südamerika-Meister mit 2:0 (0:0) gegen Afrika-Meister Kamerun durch. Als Kamerun gegen Chile trifft, gibt Schiri Skomina das Tor nicht, er hat ein Foul an Chile-Star Vidal gesehen.

Beim Stand von 0:0 wurde ein Treffer von Portugals Nani in der 21. Minute nicht gegeben.

Vidal beschwerte sich anschließend gestenreich beim slowenischen Schiedsrichter Damir Skomina, der dem Treffer die Anerkennung verweigerte.

Wegen Szenen wie dieser haben die Regelhüter des "International Football Association Board" (IFAB) am Rande des Confed Cups angeregt, das "Mobbing" gegen Schiedsrichter in Zukunft härter zu bestrafen. Eine Entscheidung, ob der Videobeweis auch bei der WM im nächsten Jahr eingesetzt wird, fällt im März 2018.

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