Vier Mal Video-Beweis in nur zwei Spielen

Arturo Vidal köpfte das 1:0 für Chile

Erst hatte er ein Tor des früheren Bundesliga-Stürmers Eduardo Vargas nicht gegeben, dann ließ er sich von seinem Assistenten am Bildschirm umstimmen. "Am Ende wird die Technologie wahrscheinlich mehr Gerechtigkeit ins Spiel bringen", vermutet ChilesTrainer Pizzi.

Allein das Spiel der beiden deutschen Gruppengegner Chile und Kamerun (2:0) legte am Sonntagabend in Moskau alle Stärken und Schwächen des neuen Systems offen.

Am zweiten Tag des Confederations Cups in Russland ist gleich bei zwei Spielen jeweils ein Tor nach der Nutzung des Videobeweises aberkannt worden.

In allen vier Fällen wurde durch den Videobeweis am Ende eine korrekte Entscheidung herbeigeführt. Auch beim 2:0 der Chilenen gegen Kamerun war der Videobeweis zwei Mal zum Einsatz gekommen. Der Ex-Hoffenheimer stand knapp im Abseits. Bei seinem Tor zum 2:0 lief es genau umgekehrt. Erst dann entschied der Referee: doch kein Tor. Nach dem nicht gegebenen Tor in der ersten Halbzeit ging insbesondere Vidal den Schiedsrichter wild gestikulierend und laut schimpfend an. Bereits zuvor hatte es in Kasan beim Spiel zwischen Portugal und Mexiko (2:2) zwei Videobeweise gegeben. Beim 2:1 durch Cedric Soares ergab die Befragung: alles korrekt.

"Wichtig ist: Es wurden die richtigen Entscheidungen getroffen", sagte auch Kameruns Trainer Hugo Broos. "Der Videobeweis kann etwas sehr Wichtiges werden". Nach Chiles vermeintlichem Führungstor hatten die Südamerikaner schon ausgiebig gejubelt, und auch Kameruns Team stand längst wieder zum Anstoß bereit.

Die Entscheidungsfindung dauerte jedoch im kürzesten Fall 56 Sekunden und im längsten sogar 2:09 Minuten. "Das hat sich heute gezeigt".

Gerade diese Szene zeigte zudem: Manchmal sind Offside-Positionen selbst mit Hilfe bewegter Bilder nur schwer zu erkennen. Über die Frage "War der Treffer von Vargas regulär oder nicht?" ließ sich auch nach dem Videostudium noch weiterdiskutieren. Der Platz-Schiedsrichter machte anschließend aber keine Geste, die darauf hindeutete, dass auf Tor entschieden worden war. Einen anderen kritischen Punkt sprach Portugals Trainer Fernando Santos an: Wann wird der Videobeweis eingesetzt und wann nicht? "Der Videoreferee wurde nur bei unseren Toren benutzt, obwohl die Szene vor dem 2:2 auch sehr komplex war". Mexikos Hector Moreno (90.+1) hatte in der Nachspielzeit für den Endstand gesorgt.

Noch befindet sich der Videobeweis nur in der Testphase.

Arturo Vidal hat den perfekten Start Chiles in den Confed Cup in Russland eingeleitet. Der Schiedsrichter steht in Funkkontakt mit dem Kollegen am Bildschirm. Eingegriffen werden soll nur bei entscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern.

Er sei "extrem glücklich" mit der technischen Unterstützung für die Schiedsrichter, sagte der Chef des Weltverbands. "Die Tests mit den Videoreferees während des Confederations Cup helfen uns auch, die Abläufe zu verbessern und die Kommunikation zu verfeinern", sagte Infantino. "Das entlastet den Schiedsrichter und verteilt die Verantwortung", sagte der russische Vizeregierungschef und langjährige Sportminister Witali Mutko der Agentur Tass.

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