Russland-Affäre: US-Minister Sessions gibt sich ahnungslos

Trump richtet Sicherheitschaos

Er widerspricht auch einer Aussage des ehemaligen FBI-Direktors Comey. Dies sei eine "schockierende und abscheuliche Lüge", sagte Sessions am Dienstag vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. Unter Druck geraten, blies der Ex-Senator zum Gegenangriff, indem er seinen Kritikern Falschaussagen unterstellte. Sessions Aussage jedoch zeigte: Dem Justizminister geht es hier nicht um Aufklärung, sondern darum, seinen Präsidenten und sich selbst zu schützen. Der Minister sei verpflichtet, dem Kongress Rede und Antwort zu stehen und sei dieser Pflicht nicht nachgekommen.

Unterdessen berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass russische Hacker die US-Präsidentenwahl 2016 in viel größerem Umfang zu beeinflussen versuchten als bisher bekannt. Sessions war es, der Anfang Mai Comeys Entlassung empfahl. Er sei ein Garant dafür, dass der Präsident in den Russland-Ermittlungen fair behandelt werde, hieß es damals. Klandestines und Aussenpolitisches interessieren ihn weit weniger als etwa illegale Zuwanderung oder ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität, und mit dem dubiosen Trump-Vertrauten und Trickster Roger Stone oder Trumps kurzzeitigem Wahlkampfmanager und Ukraine-Spezialisten Paul Manafort hat Sessions nichts gemein. Der Ex-FBI-Chef hatte damit den Verdacht angeheizt, Trump könne sich durch seine Gespräche mit Comey und dessen spätere Entlassung der Justizbehinderung schuldig gemacht haben. Er habe Comey danach gesagt, dass Unterredungen zwischen FBI und Weißem Haus stets Regeln folgen und sehr sorgfältig sein müssten.

Vergangene Woche hatte der frühere FBI-Chef James Comey vor dem Geheimdienst-Ausschuss des US-Senats beschrieben, wie Trump bei einem Vier-Augen-Gespräch versucht hatte, ihn von einem Fallenlassen der Ermittlungen gegen Trumps früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zu überzeugen.

Nicht die Treffen als solche bringen Sessions im Nachhinein in Erklärungsnot.

US-Präsident Donald Trump spricht während seiner 'Thank You Tour' durch die USA in West Allis. Er habe seiner Ansicht nach korrekt auf die Frage nach möglichen Verbindungen zu Russen geantwortet. Mit Kisljak habe es nur zwei routinemäßige Treffen gegeben, bei denen nichts Unangemessenes besprochen worden sei. Allerdings stritt er am Dienstag unter Eid ein von den Medien erwähntes drittes Treffen im April 2016 im Mayflower-Hotel in Washington entschieden ab. In seiner Eigenschaft als Wahlkampfberater von Trump habe er sich seiner Erinnerung nach nie mit russischen Vertretern getroffen, sagte Sessions. Er habe diese Entscheidung aber lediglich getroffen, weil er gemäß den Statuten des Justizministeriums befangen war, weil er Teil von Trumps Wahlkampfteams gewesen war. Das bedeute aber nicht, dass er mauere, sagte Sessions auf Nachfragen demokratischer Senatoren. Er finde, das sei auch der einzig richtige Weg. Am nächsten Tag muss Sessions - inzwischen als Justizminister bestätigt - einräumen, dass er da wohl was vergessen hat. "Es ist großartig, hier zu sein", meldete sich Sessions zu Wort, womöglich innerlich erleichtert, denn Medienberichten zufolge hatte er Trump kürzlich seinen Rücktritt angeboten.

Auch Sessions könnte noch in Erklärungsnot kommen.

Comey hat Sessions nach eigener Aussage nicht über den Inhalt des Gespräches unterrichtet.

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