Tote im Kühllaster: Prozess wegen Mordes

Grausiger Fund in Kühl-LKW

Mit Entsetzen schütteln die jungen Frauen den Kopf, als sie von den Anschuldigen des mehrfachen Mordes hören. Teils vermummte Justizwachebeamte begleiteten die Männer, die für den grausamen Erstickungstod von 71 Flüchtlingen im August 2017 verantwortlich sein sollen. Die beiden Männer informierten ihre Bandenbosse darüber, doch die beiden gaben die Anweisung, sich nicht um die Insassen zu kümmern, sondern weiterzufahren. "Wenn sie sterben, lade die Toten in einem Wald in Deutschland ab", das war der Befehl des Banden-Chefs an den Fahrer. Deswegen hätten die ungarischen Medien wohl zumeist wenig Interesse gezeigt. "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR hatten unter Berufung auf Ermittlungsakten berichtetet, dass ungarische Ermittler bereits zwei Wochen vor der tödlichen Fahrt die Telefone der Schleuserbande abgehört und die Gespräche aufgezeichnet hätten.

Der Teufel grinst: Fast triumphierend lässt sich Samsooryamal L. (30) am Mittwoch in den prächtigen Schwurgerichtssaal des Bezirksgerichts im ungarischen Kecskemet führen. Mit einem Urteil wird nach Angaben eines Gerichtssprechers noch in diesem Jahr gerechnet. Dennoch schritten die Behörden nicht sofort ein - offenbar, weil die Gespräche nicht rechtzeitig übersetzt und ausgewertet worden waren, wie aus der Ermittlungsakte hervorgeht. Danach soll mehrmals im Monat weiterverhandelt werden. Insgesamt konnte man Hunderte Seiten Gesprächsprotokolle in den Ermittlungsakten einsehen, hieß es.

Nachdem der Lkw wieder weitergefahren ist, sprechen der Fahrer und Metodi G. um 6.16 Uhr erneut miteinander. Die Leichen waren im August 2015 bei der österreichischen Ortschaft Parndorf nahe der Grenze entdeckt worden. Sie sollen im Jahr 2015 rund 1.200 Flüchtlinge nach Österreich geschmuggelt haben. Neben seinem 31-jährigen Stellvertreter müssen sich auch der 26-jährige Fahrer des Lastwagens und sein 39-jähriger Beifahrer wegen Mordes verantworten.

Bereits nach 40 Minuten machten die Menschen in dem Lkw auf sich aufmerksam, dass sie keine Luft mehr bekommen. Sie klopften und hämmerten gegen die Wände und schrien verzweifelt.

Schon in der vergangenen Woche hatten Medienberichte für Aufsehen gesorgt, denen zufolge der qualvolle Tod der 71 Flüchtlinge womöglich verhindert hätte werden können. Zehn Dolmetscher werden aufgeboten, um zwischen Ungarisch und Paschtu - der Muttersprache des afghanischen Angeklagten - sowie Bulgarisch zu übersetzen. Innerhalb von drei Stunden waren alle Flüchtlinge tot, wie die Staatsanwaltschaft ausführte. Seit Juni 2015 schmuggelte die Gruppe verstärkt Flüchtlinge von Serbien über Ungarn nach Österreich beziehungsweise Deutschland.

G. M.:"Sie können nicht atmen".

G. M.: "Der Lkw ist auf einem Parkplatz (.) Er sagt, dass die Kinder und Frauen weinen".

Samsooryamal L. (30) grinst beim Betreten des Gerichtssaals. Sag - nein. Er soll ihnen sagen, dass er sie lieber sterben lassen würde. (.) Du sollst weiterfahren, das ist das Wichtigste.

Ivajlo S.: "Sie schreien einfach die ganze Zeit, du kannst dir gar nicht vorstellen, was hier los ist, wie sie schreien". Als sie die Grenze nach Österreich passierten, waren alle 71 tot.

Am Anfang schleppte die Bande 20 bis 40 Migranten pro Auto. Wieder waren 67 Menschen ohne Luftzufuhr eingepfercht. Nur durch viel Glück überlebten sie die Fahrt, weil sie die Tür des Laderaums mit den Füßen aufstießen.

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