Angreifer wollte Muslime töten

Premierministerin Theresa May wollte am Morgen eine Krisensitzung einberufen. "Unsere Entschlossenheit, sie zu bekämpfen, muss dieselbe sein, wer auch immer verantwortlich ist". "Dieser Anschlag", sagte sie in einer Ansprache vor ihrem Amtssitz in der Downing Street, "will uns als Gesellschaft spalten". Es sei der zweite Terroranschlag in London binnen eines Monats - und er sei genauso widerwärtig wie die vorherigen, sie verurteilte Extremismus jeder Art und betonte: "Hass und Böses dieser Art werden niemals Erfolg haben!" Die Regierungschefin kündigte an, man werde gegen Terrorismus und Extremismus jeglicher Art ankämpfen. Regierungschefin May sagte, es handele sich um eine "Attacke auf Muslime" mit dem Ziel, die Gesellschaft zu spalten. Die Muslime waren während des Fastenmonats Ramadan nach dem Ende eines Gebets auf der Straße. Acht der zehn Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Alle Opfer sind Muslime.

Ob ein am Tatort gestorbener Mann als Folge des Angriffs umkam, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar - er bekam schon vorher Erste Hilfe.

Zuvor war Kritik aufgeflammt, weil die Polizei in der Nacht zunächst nur von einem "schwerwiegenden Vorfall" gesprochen hatte und auch die rechtskonservative Boulevardpresse den Begriff Terror vermied. Weitere Vorwürfe betreffen "Auftrag, Vorbereitung oder Anstiftung zum Terrorismus einschließlich Mordes und versuchten Mordes". Der 48 Jahre alte Fahrer des Transporters wurde festgenommen. Der Mann sei der Polizei nicht bekannt gewesen, hieß es. Wie die BBC berichtete, wuchs der Mann in der westenglischen Küstenstadt Weston-Super-Mare auf.

In Verbindung mit dem Vorfall durchsuchte die Polizei eine Wohnung in der Region Cardiff. Dabei soll es sich Medienberichten zufolge um das Haus von Osborne handeln.

Der Lenker des Kleintransporters war der Polizei nicht bekannt. Das Tatmotiv war zunächst unklar, Waffen hatte der Mann nicht dabei. Der bei dem Anschlag benutzte Lieferwagen stammt aus Wales.

Der Mann sei "als Vorsichtsmaßnahme" in ein Krankenhaus gebracht worden und werde auf seine psychische Gesundheit untersucht. Der Täter sagte: "Ich habe meinen Teil getan". Laut einem Augenzeugen, Khalid Amin, rief der Fahrer zudem nach der Tat: "Ich will alle Muslime töten". Doch Kozbar sagt, unschuldige Menschen seien kaltblütig umgebracht worden.

Augenzeugen berichteten laut dem "Evening Standard" außerdem von einer Messerattacke.

Es war ein Anschlag gegen Muslime, die in einer Moschee gebetet hatten.

Bei einer Attacke mit einem Lieferwagen in London hat ein Mann zehn Mitglieder einer muslimischen Gemeinde verletzt. "Von den Augenzeugenberichten her scheint es, als wäre der Täter von Islamhass motiviert gewesen", schrieb der Rat am frühen Montagmorgen auf Twitter. Der Angriff in Finsbury Park sei der "bisher gewaltsamste Ausdruck" der zunehmenden Islamfeindlichkeit.

Der Rat forderte Polizeischutz für Moscheen.

Polizisten haben im Stadtteil Finsbury Park hinter einem Absperrband Stellung bezogen.

Der Rat der Muslime in Großbritannien verwies in einer Erklärung auf zahlreiche islamfeindliche Übergriffe in den vergangenen Wochen. Anti-Terror-Spezialisten übernahmen die Ermittlungen. Hinter den jüngsten Angriffen seien aber keine Gruppen, sondern jeweils Einzeltäter gestanden.

Auch Oppositionsführer Jeremy Corbyn zeigte sich nach dem Vorfall "völlig schockiert".

Männer beten in London im Stadtteil Finsbury Park. Sie verurteilte die Attacke als "widerlich".

Die deutsche Regierung sprach den Opfern ihr Beileid aus. "Nichts rechtfertigt das Töten von Unschuldigen", sagte Timmermans am Montag bei einem Treffen mit Vertretern weltanschaulicher Gemeinschaften aus Europa in Brüssel.

Mit einem Lieferwagen mitten in die Menschenmenge - es war "ganz klar eine Attacke auf Muslime", sagte gestern Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick. Bei dem Anschlag kommen vier Menschen ums Leben, 15 werden verletzt. Der Angreifer wurde erschossen.

Am 22. Mai sprengte sich ein Attentäter bei einem Konzert der Popsängerin Ariana Grande in Manchester in die Luft. In London töteten Terroristen im März und Anfang Juni insgesamt mindestens 13 Menschen. Danach fahren die Insassen zum Borough Market, steigen aus und stechen mit Messern auf Passanten ein. Acht Menschen wurden getötet. Die Polizei erschoss die Angreifer.

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