Barmer-Report: Kosten für Krebsmedikamente explodieren

Die Preise für Krebsmedikamente steigen seit Jahren massiv- und damit auch die Ausgaben der Krankenkassen. Verglichen mit vielen anderen Ländern würden in Deutschland Höchstpreise gezahlt heißt es im Barmer-Arzneimittelreport

Berlin. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Krebsmedikamente sind in den vergangenen Jahren laut einer Studie der Barmer Krankenkasse rapide gestiegen. Bei den Kosten von 31 einschlägigen Medikamenten sei Deutschland international führend, wie aus einem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Arzneimittelreport der Barmer hervorgeht. In der ambulanten Versorgung der Barmer-Versicherten stiegen die Ausgaben für Krebsmedikamente laut dem Report seit 2011 um 41 Prozent. Deutschland zahlt mehr als alle anderen europäischen Länder Im Vergleich mit 15 europäischen Ländern, Australien und Neuseeland zahlt Deutschland für onkologische Arzneimittel am meisten. Demnach liegen die Preise hierzulande bei neun von zehn Medikamenten über dem Durchschnitt. Sie überträfen damit deutlich die Kostensteigerung für alle anderen Arzneimittel ohne Rezepturen, die um 20 Prozent wuchsen.

Dieser Trend lässt sich der Barmer zufolge nicht durch eine größere Zahl betroffener Patienten erklären, denn darauf entfielen seit 2011 lediglich acht Prozent der Kostensteigerung. Vielmehr fielen hier die höheren Herstellerpreise ins Gewicht.

Die Kritik der Krankenkasse richtet sich gegen die Hersteller und ihre Preispolitik: Ziel der Pharmahersteller sei der maximale Umsatz. Aber: Auch bei onkologischen Arzneimitteln seien faire Preise wichtig, so Prof. Dr. Er forderte, nach fünf Jahren den Nutzen von Arzneimitteln zu überprüfen und darauf basierend ein realistisches Preis-Leistungsverhältnis zu bestimmen.

Studienautor Daniel Grandt vom Klinikum Saarbrücken erklärte, die Pharmafirmen hätten offenbar ein großes Interesse daran, Krebsmittel als sogenannte Orphan Drugs zuzulassen. Allgemeine Arzneimittelausgaben um 3,5 Prozent gestiegen Insgesamt sind die Arzneimittelausgaben im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr pro Versichertem um 3,5 Prozent gestiegen. Es folgten ein Blutverdünner mit dem Wirkstoff Rivaroxaban und der zur Behandlung verschiedener Krebsformen eingesetzte Wirkstoff Bevacizumab.

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