Bundesregierung: Frauen brauchen mehr bAV

Bundesfamilienministerin Katarina Barley Quelle dpa

Frauen arbeiteten oft mehr und bekämen dann dafür weniger. Denn weiterhin verdienten Frauen im Lebensverlauf deutlich weniger Geld als Männer.

Der Bundesregierung ist die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein wichtiges Anliegen, so das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in einer aktuellen Pressemitteilung.

Dieses Thema treibt auch ihre Kabinettskollegin, die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, um. Diese Zahl mache deutlich, dass "es bei Belastungen und Chancen zwischen den Geschlechtern immer noch ungerecht zugeht", sagte Barley.

Obwohl die Bundesregierung in ihrem Kommentar zu den Erkenntnissen der Kommission immer wieder betont, dass einige der "Indikatoren der Ungleichheit" teils "auf unterschiedliche Präferenzen von Frauen und Männern zurückzuführen" seien: Die Kommission macht ziemlich klar, dass es sich um mehr als individuelle Entscheidungen handelt.

Für die Verwirklichung der Gleichstellung sind aber noch weitere Schritte notwendig. So habe sich an der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen seit dem ersten Bericht "nichts Wesentliches geändert", konstatiert die Kommission, der Ökonominnen, Soziologen und Juristinnen angehörten. Das heißt: Sie bringen pro Tag 87 Minuten mehr Zeit für Hausarbeit, Gartenpflege, Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen sowie ehrenamtliches Engagement auf. Zur Schließung der als "Gender Care Gap " bezeichneten Lücke von 52,4 Prozent fordern die Experten, auch Männern zu ermöglichen, mehr private Sorgearbeit zu leisten. So profitierten von der Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns mehrheitlich Frauen in niedrig entlohnten Dienstleistungsbereichen und in geringfügiger Beschäftigung.

Durchschnittlich niedrigere Löhne und kürzere Erwerbszeiten führen auch zu deutlich niedrigeren Renten. Bei den Frauen im Westen sind es dagegen nur 583 Euro (im Osten 860 Euro). Nach wie vor hapere es in Deutschland aber an der Aufwertung von sozialen Berufen, so Barley. Seit dem ersten Gleichstellungsbericht im Jahr 2011 sei viel passiert: So werde Elterngeld immer mehr auch von Männern in Anspruch genommen. Die SPD-Politikerin drängt schon seit längerer Zeit auf einen "Tarifvertrag Soziales" für Altenpfleger und andere Sozialberufe, den die Tarifpartner aushandeln müssten. Der Zweite Gleichstellungsbericht besteht aus einem Gutachten einer Sachverständigenkommission und der Stellungnahme der Bundesregierung dazu. Er soll klären, wo Deutschland bei der im Grundgesetz geforderten Gleichstellung der Geschlechter im Hinblick auf Bildung und Erwerbsleben steht. Sie erklärte, die Bilanz der Bundesregierung bei der Gleichstellung sei "miserabel". Umstritten ist zwischen Union und SPD vor allem ein möglicher Rechtsanspruch auf Rückkehr von Teilzeit in Vollzeitarbeit.

Doch was die Regierung Merkel im Bericht herausstreicht - Fortschritte bei der Entgelttransparenz etwa - hat jedenfalls bisher nicht viel an der materiellen Situation von Frauen verändert. "Das hat Folgen für die Gehälter". Sie wollen sich gegenseitig bei der beruflichen Entwicklung unterstützen, sich die Sorgearbeit teilen und das Familienleben gemeinsam gestalten. Vor allem sei es "fatal, dass das Rückkehrrecht auf Vollzeit" nicht beschlossen worden sei. Und: Der Beitrag kinderloser Frauen stieg kaum stärker an als der von Frauen mit drei oder mehr Kindern.

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