IW: Viel zu viele Häuser auf dem Land

Deutschlands Häuslebauer bauen in ländlichen Regionen nach Einschätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft viel zu viel

Demnach spiegelt sich in der Region das bundesweite Gefälle zwischen Ballungs- und ländlichen Räumen wider: Der Leerstand auf dem Land verschärfe sich ebenso wie der Wohnungsmangel in Städten. In der Folge gibt es dort viel Leerstand. Ergebnis: Während in der Stadt die Mietpreise in die Höhe gehen und die Suche nach Wohnraum immer mühseliger wird, verwirklichen außerhalb der Ballungszentren immer mehr Menschen den Traum vom Eigenheim. Insgesamt seien in ländlichen Kreisen 20 Prozent mehr Wohnungen gebaut worden als benötigt.

Köln - In ländlichen Regionen in Deutschland wird nach Einschätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) viel zu viel gebaut - jedenfalls deutlich mehr, als eigentlich sinnvoll wäre, gemessen an der schrumpfenden Bevölkerung.

Auf dem Land in der Nachbarschaft großer Städte und in Flächenlandkreisen wie dem Kreis Cloppenburg wachse die Bevölkerung noch, dort seien dringend Neubauten nötig.

Auch der nordrhein-westfälische Wohnungsmarkt ist der IW-Studie zufolge gespalten. Selbst wenn sich die Rahmenbedingungen ändern sollten, also "die Zinsen wieder leicht steigen und die Wanderung in die Städte nachlässt", wird der Wohnraum in Städten laut IW knapp bleiben.

Ganz anders ist die Situation der Studie zufolge außerhalb der Ballungszentren. Die Wissenschaftler des Instituts warnen vor diesem Trend, da eine Reihe negativer Folgen drohten. In Heinsberg wurden 1046 gebaut, das entspricht 173 Prozent des Bedarfs, der auf Basis der Bevölkerungsentwicklung und bereits bestehender Leerstände ermittelt wurde.

Im Landkreis Steinfurt ermittelte das Institut für den selben Zeitraum einen Überhang von 705 Wohnungen, im Landkreis Vorpommern-Greifswald einen Überhang von 660 Wohnungen. In Stuttgart und Freiburg zum Beispiel fehlt es an Häusern und auch an Wohnungen nahezu jeder Größe. Bei den Einfamilienhäusern sind es der Studie zufolge sogar "mehr als doppelt so viele". Die Finanzierung von Immobilien wurde demnach günstiger und deren Kauf attraktiver - obwohl die Baukosten "stetig angezogen sind".

Das IW empiehlt Kommunen mit ausufernder Bautätigkeit, keine neuen Bauflächen auszuweisen, den Abriss von alten Häusern zur Bedingung von Neubauten zu machen und die Ortskerne attraktiver zu gestalten.

Laut IW veröden die Dorfzentren so zunehmend, während die kommunalen Infrastrukturkosten durch die Zersiedlung steigen. "Das ist verständlich, aber man müsste gleichzeitig leerstehende alte Häuser abreißen".

Das Ziel von Kommunen mit rückläufiger Bevölkerung muss darin bestehen, die Innenentwicklung zu befördern. Hier sei auch die Unterstützung von Bund und Land gefordert, erklärte das IW.

Um weiteren Leerstand zu vermeiden, rät das Institut der Deutschen Wirtschaft zu einem Umdenken in der Kommunalpolitik. Das Statistische Bundesamt teilte am Montag mit, die Genehmigungen für Einfamilienhäuser seien von Januar bis April um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, die für Zweifamilienhäuser um 6,5 Prozent.

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