MSCI nimmt China in Schwellenländer-Index auf

China wird Mitglied im MSCI-Index für Schwellenländer. Quelle Reuters

Shanghai (Reuters) - Schon drei Mal ist China abgeblitzt, nun könnte es aber soweit sein: Chinesische Aktien stehen vor der Aufnahme in den viel beachteten MSCI Index für Schwellenländer. Damit werden solche A-Aktien erstmals in dem weltweit führenden Barometer für Schwellenländeraktien reflektiert.

Knackpunkte sind hierbei unter anderem die Lockerung von Kapitalverkehrsschranken, die eine Repatriierung von Investorengeldern aus China ermöglichen würde, der Wegfall von Volumenbeschränkungen bei der Nutzung des Stock-Connect-Mechanismus und die Beseitigung der Gefahr von teilweise monatelangen Handelsblockaden, von denen einzelne A-Aktien betroffen sein können. Damit ist China die Aufnahme im vierten Anlauf gelungen.

Die zuständige chinesische Behörde begrüßte den Schritt. "Das spiegelt die Zuversicht internationaler Investoren in die guten Zukunftsperspektiven von Chinas Wirtschaft und der Stabilität der Finanzmärkte wieder", sagte der Aufsichtssprecher Zhang Xiaojun. Ab sofort ist das anders, trotz weiter bestehender Kritik des Indexbetreibers MCSI. Diesen Status erhalten nur ausgewählte ausländische Investoren, denn er gestattet ein beschränktes Investment in den chinesischen Aktienmarkt. Die chinesische B-Aktie kann wiederum sowohl von Chinesen als auch von Ausländern mit Wohnsitz in China gekauft werden.

Durch den Schritt dürften nach MSCI-Berechnungen zunächst etwa 17 bis 18 Mrd.

Im MSCI wird allerdings nur ein kleiner Ausschnitt des riesigen chinesischen Aktienmarktes berücksichtigt. Mit der relativ geringfügigen jüngsten Indexanpassung dürfte bis zum kommenden Jahr eine Verlagerung von Geldern von aktiv und passiv gemanagten Fonds in den chinesischen Markt in einer Grössenordnung von 10 Mrd. bis 20 Mrd. A-Aktien sind Wertpapiere von Unternehmen, die in der chinesischen Währung Renminbi gehandelt werden. Im Gegensatz zur Aktie nach deutschem Recht, welche jedem zum Kauf zugänglich ist, kann die A-Aktie aber nur von Chinesen mit Wohnsitz in China gekauft werden. Mittlerweile ist eine Auswahl auch für Investoren aus dem Ausland offen.

Obgleich es sich bei der Entscheidung nur um einen ersten Schritt handelt, verfolgt MSCI unserer Ansicht nach eindeutig die Absicht, den gesamten Markt für chinesische A-Shares in seine Indizes zu integrieren. "Die Kriterien wurden so angepasst, dass die Aufnahme chinesischer Aktien nur noch eine reine Formalie ist", sagt Anlageexperte Nicholas Yeo vom Fondsverwalter Aberdeen Asset Management.

Am Dienstag will der Börsenbetreiber entscheiden, ob er sogenannte A-Aktien aus der Volksrepublik in den Index aufnimmt.

Die nun in den MSCI Emerging Markets Index aufgenommenen Papiere haben dort eine Gewichtung von 0,73 Prozent. "Die Entscheidung von MSCI über die Aufnahme der A-Aktien ist für die Anlageklasse von hoher Bedeutung und gleichzeitig die Anerkennung der Bemühungen Chinas, den heimischen Aktienmarkt für ausländische Investoren zu öffnen", betont Portfoliomanager David Raper vom Fondsverwalter Comgest.

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