Nach Explosion in Brüsseler Bahnhof verdächtiges Paket entdeckt

APA  AFP  EMMANUEL DUNAND

Alarm am Dienstagabend um 20.30 Uhr in der belgischen Hauptstadt Brüssel: Nach einer Explosion hat ein Soldat dort im Bahnhof Central einen Mann niedergeschossen. Im Koffer waren Nägel und Gasflaschen.

Mittlerweile ist der mutmaßliche Attentäter identifiziert, teilte Belgiens Innenminister Jan Jambon am Mittwoch mit. "Wir beschränken uns auf die Fakten, deren wir uns sicher sind", sagte Van der Sijpt weiter. Dieser sei noch vor Ort seinen Verletzungen erlegen. Ob der Verdächtige, der nach der Explosion von Soldaten niedergeschossen worden war, noch lebe, sei unklar.

Die Ermittler werten die Tat als versuchten terroristischen Mord, auch wenn der Verdächtige vorher nicht wegen terroristischer Zusammenhänge bekannt gewesen sei, sagte der Sprecher. Seitdem gehören nicht nur Polizisten, sondern auch mit Maschinenpistolen bewaffnete Militärpatrouillen zum Stadtbild. Dann habe er sein Gepäck zur Explosion gebracht. Wegen der noch laufenden Ermittlungen wollte der Sprecher keine weiteren Details nennen.

Michel bekräftigte, dass die Sicherheitsbehörden die Terroralarmstufe zunächst nicht anheben werden. Im Zentralbahnhof und an den Bahnsteigen war nach der Explosion Panik ausgebrochen.

Uhr: Augenzeugen hätten von einem Knall im Bahnhof berichtet, woraufhin viele Menschen schnell in Restaurants und andere Gebäude gelaufen seien. Rund um den Zentralbahnhof wird alles abgesperrt.

Der Attentäter von Brüssel rief bei seinem Angriff nach offiziellen Angaben "Allahu akbar" (Gott ist groß).

Brüssel - Brüssel ist offensichtlich nur knapp einem schweren Terroranschlag im Zentralbahnhof entgangen. Die Terrorwarnstufe im Land wurde bislang nicht auf das höchste Niveau angehoben. "Der Mann wurde neutralisiert", erklärt die Staatsanwaltschaft. Sonst sei niemand zu Schaden gekommen. Sicherheitskräfte durchkämmen den Bahnhof auf der Suche nach möglichen weiteren Tätern. Auch umliegende Gebäude würden vorsichtshalber geräumt. Brüssels nahegelegene Hauptsehenswürdigkeit, der Große Platz mit dem historischen Rathaus, wurde jedoch nicht geräumt. Laut belgischen Medien hat ein Mann mit Sprengstoffweste den Anschlag begangen. Die Polizei evakuierte das Gebiet um den Bahnhof Gare Central und die Straßen um den nahe gelegenen Grand Place in der Brüsseler Altstadt. Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga war der Mann allerdings nicht als Terrorverdächtiger bekannt. Die belgische Polizei schrieb auf Twitter, dass die "Lage unter Kontrolle" sei. In Brüssel ist derweil wieder Normalität eingekehrt: Die Brandspuren an Boden und Decke im Bahnhof werden bereits beseitigt. Weitere Personen wurden bei dem Zwischenfall angeblich nicht verletzt.

Zunächst hatten mehrere Menschen auf Twitter von Explosionen oder Schüssen in Brüssel berichtet.

Die Bahngesellschaft SNCB teilte mit, der Bahnverkehr sei auf Anweisung der Polizei unterbrochen worden, auch in anderen großen Stationen wie Brüssel-Nord und Brüssel-Midi.

Die Terrorgefahr in der belgischen Hauptstadt wird seit den Anschlägen auf den Flughafen und eine U-Bahn-Station im EU-Viertel im März 2016 nach wie vor als hoch eingeschätzt. Selbstmordattentäter hatten damals 32 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

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