Nazi-Fund in Buenos Aires: Sonderanfertigung für NS-Größen?

Nazi-Artefakte in Argentinien gefunden

Die Spur der Fundstücke führt nach Deutschland. Die grosse Frage lautet allerdings: Wem gehörten die Hitler-Relikte ursprünglich?

Sanduhr mit Hakenkreuz: Noch nie sind in Argentinien derart viele Relikte mit Bezug zum Nationalsozialismus aufgetaucht. Daneben wurden Nazi-Puzzlespiele für Kinder, medizinisches Besteck zu der Vermessung von Körpern für "Arier-Nachweise" sowie ein Vergrösserungsglas sicher gestellt, das mutmasslich von Hitler benutzt worden ist.

Der 55 Jahre alte Händler in Argentinien muss sich nun vor der Justiz verantworten. Es bestehe keine illegale Handlung dabei, meint er. Seiner Version nach hat er die NS-Sammlung über 25 Jahre von einem Argentinier erworben, sozusagen aus zweiter Hand. Er habe insgesamt 17 Sammlungen, darunter auch eine grosse Erotiksammlung, die unter anderem kunstvolle Dildos aus der russischen Zarenzeit umfasse. Die Polizei hatte sich unter einem Decknamen über Whatsapp mit dem Händler in Verbindung gesetzt.

Die Ermittler seien im Haus eines Sammlers nahe Buenos Aires auf Hitlerbüsten, Reichsadler-Skulpturen, Ehrendolche und mit Hakenkreuzen versehene Becher gestoßen, teilte Innenministerin Bullrich mit. Wie die Deutsche Presse-Agentur vom Besitzer der Gegenstände erfuhr, seien die meisten Objekte mit dem Fabrikationsstempel des 1865 gegründeten und damals auf Militärmesser spezialisierten Unternehmens Carl Eickhorn gekennzeichnet. Eickhorn produzierte unter anderem Blankwaffen für SA und SS.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge handelt es sich nach Angaben der Ministerin um Originalstücke aus der Zeit des nationalsozialistischen Regimes.

In einem hinter Bücherregalen verborgenen Raum hat die Polizei in Argentinien eine Sammlung von vermeintlichen Nazi-Relikten beschlagnahmt. Eine Theorie der Behörden: Sie wurden von einem hochrangigen Nazi nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes nach Argentinien geschmuggelt. Es halten sich Gerüchte, dass Adolf Hitler zusammen mit Eva Braun in Wahrheit mit der längsten Tauchfahrt eines U-Boots nach Patagonien geflohen und erst Jahrzehnte später in Argentinien gestorben sei.

Fakt ist, dass die Mehrheit der zehntausenden Deutschen in Argentinien Hitler zu dessen Lebzeiten verehrt hat - daher könnten die Utensilien auch ganz legal von Anhängern mit einem Schiff nach Buenos Aires gekommen sein. In einer Veranstaltungshalle der Stadt feierten im April 1938 rund 10'000 Sympathisanten mit grossen Hakenkreuzfahnen und in Trachten den Anschluss Österreichs.

Sie wurde aber Mitte 1939 verboten, nachdem vom britischen Geheimdienst Gerüchte gestreut worden waren, Hitler wolle Patagonien annektieren, um dort Lebensraum zu schaffen.

Unklar ist bislang auch, wie und wann die Relikte nach Argentinien kamen.

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