Organisation verweigert sich Ditib gegen Anti-Terror-Demos

Demonstration in KölnMehr

Der Islamverband hatte die Demonstration als "eine öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung" bezeichnet und eine Teilnahme abgesagt. Der Islam-Dachverband in Deutschland - er untersteht der türkischen Religionsbehörde in Ankara - hat eine Teilnahme abgelehnt. Die Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bunds, Lamya Kaddor, hat den Friedensmarsch "Nicht mit uns - Muslime und Freunde gegen Gewalt in Terror" in wenigen Tagen auf die Beine gestellt.

Zunächst waren einige hundert Menschen zu der Demonstration unter dem Motto "Nicht mit uns" in die Kölner Innenstadt gekommen.

Als der "Rock am Ring"-Veranstalter Marek Lieberberg nach dem Terroralarm schimpfte, er sei es leid, dass sich die Muslime in Deutschland nicht offen gegen den Terror ihrer Glaubensbrüder stellen, hat er offenbar ins Schwarze getroffen". "Die Grenzen verlaufen bei uns nicht zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, nicht einmal zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen". "Es geht darum, nicht die Extremisten sprechen zu lassen".

Unterstützt wird die Demonstration unter anderem vom Zentralrat der Muslime und der Türkischen Gemeinde, aber auch von christlichen Gruppen, deutschen Parteien und zahlreichen Einzelunterzeichnern.

Der Islam-Dachverband Ditib will sich nicht an der Anti-Terror-Demonstration in Köln beteiligen. Wir machen Sport im Ramadan.

Die Biografien europäischer Dschihadisten zeigen, dass aus religiösen Analphabeten in kürzester Zeit mörderische Gotteskrieger werden können. "Wer als Religionsgemeinschaft die Millionen Muslime in Deutschland repräsentieren will, muss auch seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen", erklärte der religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, am Donnerstag in Köln. So wie junge Neonazis in einer demokratischen Gesellschaft auch nichts zu suchen haben.“.

Als der Friedensmarsch sich gegen 14 Uhr unter den Klängen von John Lennons Lied "Imagine" in Bewegung setzt, sind schätzungsweise zwischen 1000 und 1500 Menschen zusammengekommen. Von den Zehntausend erwarteten Teilnehmern kommt nur ein Bruchteil. Nach Ansicht der Kurdischen Gemeinde haben die Muslime eine weitere Chance vertan, sich von dem Terror zu distanzieren, der im Namen des Islams geschehe.

Die neue schwarz-gelbe Koalition in NRW kündigte derweil an, die Zusammenarbeit mit muslimischen Organisationen zu überprüfen. Es gibt aber keine gewachsenen Strukturen, in denen diejenigen organisiert sind, die sich in den gegenwärtigen Verbänden nicht zu Hause fühlen. "Teilnehmen wäre besser gewesen als abseits stehen", sagte de Maizière der "Rheinischen Post" vom Samstag. Dieser Satz des türkischen Kabarettisten Fatih Çevikkollu klingt verdammt optimistisch.

Ähnlich sieht das auch Susan Halimeh aus Duisburg, die aus Syrien stammt. Das ist möglicherweise der Grund, warum sie sich davon distanziert hat. Richtig ist vielmehr, dass die Organisatoren alle Verbände gefragt haben und die Ditib sich bewusst dagegen entschieden hat.

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