Bremer soll homosexuelle Männer erpresst haben

Ihm wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum vornehmlich junge homosexuelle Männer u. a. nachgestellt, erpresst und bedroht zu haben. Die Staatsschutzabteilungen von Polizei und Staatsanwaltschaft eröffneten jetzt ein Verfahren gegen den 29-Jährigen wegen Bedrohung, Erpressung, Nachstellung, übler Nachrede, Nötigung, Internetbetrugs, Notruf-Missbrauchs, Fälschung und Ausspähung von Daten sowie "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen".

Der 29-Jährige soll meist über soziale Netzwerke im Internet gehandelt haben. Er erstellte falsche Accounts, die unter anderem vortäuschten, von den verschiedenen Opfern selbst zu stammen. Auf diese Weise erhielt er Zugang zu Freundeskreisen, erlangte damit Informationen und konnte gezielt Nachrichten streuen.

Bremen - Weil er Schwule hasst, soll ein 29-jähriger Bremer monatelang homosexuelle Jugendliche terrorisiert haben. Ziel war es stets, den jungen Männern Probleme zu bereiten und ihnen das Leben schwer zu machen. Einige wurden beispielsweise vom Verdächtigen über das Internet geoutet. Nicht zuletzt aus diesen Gründen stellt die Polizei Bremen seit 2015 der Community mit Sven Rottenberg einen fachlichen Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen zur Seite. Die Ware wurde nie geliefert, und die Opfer bekamen dadurch große Probleme, da ihre Namen, Telefonnummern und teilweise auch ihre Adressen bei den betrügerischen Verkäufen angegeben wurden. Ein damals 17 Jahre altes Opfer gab gegenüber Radio Bremen an, innerhalb eines halben Jahres mindestens fünftausend Mal von dem Stalker kontaktiert worden zu sein, etwa mit Facebook-Posts, Anrufen oder Whatsapp-Nachrichten. In anderen Fällen habe er über Kleinanzeigen Tickets und Mobiltelefone im Namen der Opfer gekauft. Der Tatverdächtige habe sogar eine Todesanzeige für den 17-Jährigen aufgegeben und einen Trauerkranz an die Schule geschickt.

"Die Opfer haben große Beeinträchtigungen in ihren persönlichen Lebensumständen erfahren", heißt es in der Polizeimeldung. "Dabei haben sie unter anderem ihre Rufnummern wechseln und sich mit Rechnungen und Inkassounternehmen auseinandersetzen müssen".

Vor dem Hintergrund des aktuellen Falls verweist die Polizei darauf, dass nicht jede Tat eines Stalkers, die sich gegen homosexuelle Personen richtet, auch angezeigt wird.

Der Fall zeigt aber auch: Nicht alle Opfer homophober Gewalt wagen den Weg zur Polizei oder in die Öffentlichkeit, weil Homosexuelle aus Angst vor Repressalien nicht selten ihre Identität zu verbergen versuchen. Weitere derartige Taten könnten daher auch zukünftig schwer verhindert werden, weil sich die Täter in Sicherheit wiegen und weitere Straftaten ohne Angst vor Strafverfolgung begehen könnten.

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