Dieselskandal: Interpol fahndet nach VW-Managern

Das Volkswagen-Logo

In der VW-Abgasaffäre lassen die USA nach einem Medienbericht weltweit nach früheren Mitarbeitern des Autokonzerns fahnden. Demnach sei eine Red Notice erlassen worden, die mit Interpol kooperierenden Staaten dazu auffordert, die Angeklagten festzunehmen und auszuliefern.

Das US-Justizministerium hatte bereits im Januar Betrugsvorwürfe gegen sechs frühere VW-Mitarbeiter erhoben. Ziel der US-Behörden ist es, die dort Angeklagten zu fassen und hinter Gitter zu bringen, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Donnerstag meldeten. Eine Auslieferung in die USA müssen sie in Deutschland allerdings nicht befürchten, denn die Bundesrepublik liefert deutsche Staatsbürger nicht ins Ausland aus. Gegen die fünf Männer werde auch in Deutschland ermittelt, zuständig sei die Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, bei elf Millionen Diesel-Pkw auf der ganzen Welt die Abgasreinigung manipuliert zu haben. Das berichtet der Rechercheverbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR. Die USA zeigten, dass sie nach Straf- und Schadenersatzzahlungen von VW den Fall keineswegs zu den Akten legen wollten. Bernd Gottweis zählt zu den Gesuchten, er war Leiter des Ausschusses für Produktsicherheit. Viele davon sollen dem Vernehmen nach kooperieren und den Ex-VW-Chef Martin Winterkorn schwer belasten. Er will von den Abgasmanipulationen erst im Sommer 2015 erfahren haben. Winterkorn habe aber weder die Öffentlichkeit noch die eigenen Aktionäre informiert. Aus Anwaltskreisen heißt es laut "SZ", die Aussagen von Gottweis stimmten mit Angaben anderer Ex-VW-Beschäftigter überein.

Die Düsseldorfer Anwaltskanzlei Rogert & Ulbrich gab bekannt, Volkswagen wolle laut seiner eigenen Anwälte keine Rechtsmittel gegen drei erstinstanzliche Urteile zugunsten der Geschädigten einlegen. Erstmals seit der Aufdeckung des Abgasskandals würden Geschädigte endgültig entschädigt, die Fahrzeuge könnten zurückgegeben werden, erklärte die Kanzlei.

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