Millionenstrafe für Hans Ziegler wegen Insiderhandels

Hans Ziegler scheint sein Wissen als Sanierer konsequent zum privaten Börsenhandel genutzt zu haben

Den Namen des Mannes will die Finma auch auf Nachfrage von SRF News hin nicht nennen.

Der Krisenmanager Hans Ziegler ist selber in der Krise: Die Finanzmarktaufsicht hat gravierende Fälle von Insiderhandel festgestellt, Ziegler muss 1,4 Millionen zurückzahlen. Im ersten Verfahren stellte sie bei einem ehemaligen Verwaltungsrat verschiedener Schweizer Industrieunternehmen Insiderhandel fest.

Wie im November bekannt geworden war, hatte die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen den schillernden Multi-Verwaltungsrat und Sanierer eröffnet. Er habe wiederholt und systematisch Informationen aus den Unternehmen, in denen er als Organ tätig war, benutzt, um von den zu erwartenden Kursbewegungen zu profitieren.

Hans Ziegler war in seiner langen Karriere als Profi-Verwaltungsrat und Sanierer in der Schweiz unter anderen in den Verwaltungsräten von Vögele, Swisslog (Swisslog 0 0%), OC Oerlikon (OERL 12.7 -0.39%), Schmolz+Bickenbach, Elma Electronic (ELMN 405 0%) und Schlatter (STRN 43.95 0.69%) tätig.

Der damalige Verwaltungsrat baute sogenannte "Long"-Positionen auf, setzte also auf steigende Kursverläufe und zwar vor der Bekanntgabe von Übernahmen und positiven Geschäftsergebnissen, vor wichtigen strategischen Entscheiden und auch vor Verkäufen von Unternehmensteilen - dies, um später Gewinne zu realisieren".

Er habe gemäss der Meldung der Finma wiederholt die von den Unternehmen definierten Handelssperrperioden missachtet und habe es unterlassen, Management-Transaktionen zu melden.

Die Untersuchung der Finma habe zudem zahlreiche Hinweise geliefert, wonach er auch unrechtmässig Insiderinformationen, die ihm aus seinem beruflichen Netzwerk zugetragen wurden, für beträchtliche Investitionen ausnutzte. Die Behörde zieht daher unrechtmässig erzielte Gewinne von rund 1,4 Mio.

Die Finma wurde 2016 im Rahmen ihrer Marktaufsicht aufgrund von auffälligen Handelsvolumen und Kursverläufen auf den Fall aufmerksam.

In einem anderen Untersuchungsverfahren hat die Finma zudem den Fall einer kleinen Effektenhändlerin aufgedeckt, die wiederholt und systematisch Marktmanipulation betrieben hat.

Die meisten dieser Aufträge wurden nie ausgeführt. Vielmehr nutzten die Händler die mit diesen Aufträgen ausgelösten Kursbewegungen, um mit Derivaten Gewinne zu erzielen. Die Kaufaufträge seien anschliessend wieder gelöscht worden. Die Aufträge dienten lediglich dazu, die Börsenkurse zu verzerren. Die Finma ordnete bereits 2015 an, dass die Firma aufgelöst wird. Die Händler belegt die Finma mit langjährigen Tätigkeits- und Berufsverboten.

Bei einem der Händler zieht die Finma überdies Dividenden- und Bonus-Zahlungen in der Höhe von rund 200'000 Franken ein. Wie hoch die Busse respektive die Gewinneinziehung sein werde, lasse sich erst nach Abschluss der Liquidation bestimmen.

Gegen Verfügungen der Finma kann wie üblich Beschwerde eingereicht werden.

Related:

Comments

Latest news

Schmidt will Kampl nach China locken
Der Slowene lässt aber alles offen: "Wenn ich nächste Woche aus dem Urlaub zurück bin, gibt es eine kurzfristige Entscheidung". Nach Kampls Zwischenstation in Dortmund arbeiteten beide ab Januar 2015 in Leverkusen wieder zusammen.

Ausgerechnet! Bill Cosby will Jüngere über sexuelle Nötigung aufklären
Cosby seine Zeit damit verbringen würde, mit Menschen darüber zu reden, wie sexuelle Übergriffe gar nicht erst begangen werden". Insgesamt 57 Frauen haben mittlerweile Vorwürfe der sexuellen Nötigung von den 1960er-Jahren bis heute gegen Cosby erhoben.

Aktienkurs von Airbaghersteller Takata verliert 52 Prozent
Mit einem solchen Schritt sollen Verluste etwa von Geldgebern im Fall einer Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens begrenzt werden. Bereits in der vorigen Woche waren sie nach ähnlichen Berichten verschiedener Medien unter Druck geraten.

Ein öffentliches Trauerspiel: Hausverbot für Walter Kohl
Aus gut unterrichteten Kreisen ist bekannt, dass für diese Teilstrecke angedacht ist, den Sarg per Schiff zum Dom zu bringen. Der Anwalt von Maike Kohl-Richter, Stephan Holthoff-Pförtner, warf Walter Kohl vor, bewusst einen Eklat zu inszenieren.

Becker will nicht pleite sein
Am Mittwoch um 11:23 Uhr fällte Richterin Christine Derret übereinstimmenden Medienberichten zufolge in London ihr Urteil. Sein Mandant wolle seine Finca auf Mallorca kurzfristig um sechs Millionen Euro beleihen, erklärte der Rechtsbeistand.

Other news