Studie: Ausländische Namen erschweren Wohnungssuche

Jörn Kaspuhl  SPIEGEL ONLINE

Ihre Gemeinsamkeit: Sie werden bei der Vergabe von Wohnungsbesichtigungen regelmäßig diskriminiert, und zwar nur aufgrund ihres Namens. Am stärksten betroffen sind Männer mit türkischen und arabischen Namen sowie ausländische Wohnungssuchende in München, wie eine Datenrecherche des Bayerischen Rundfunks und des Spiegels ergab. Sie gingen in jedem vierten Fall leer aus, wenn andere Interessenten zu einer Besichtigung eingeladen wurden. Sie erhielten 8000 Antworten - mit klarer Tendenz zugunsten deutscher Namen.

BR und "Spiegel" versandten den Berichten zufolge rund 20.000 Anfragen für Besichtigungstermine auf Online-Mietangebote im Internet. Dabei ließen die Namen der vorgeblichen Interessenten auf deren unterschiedliche Herkunft schließen - neben deutschen, türkischen und arabischen wurden auch polnisch und italienisch klingende Namen benutzt. Private Wohnungsvermieter benachteiligen Ausländer zudem stärker als gewerbliche, heißt es weiter.

Wer eine Wohnung mieten möchte, sollte keinen ausländischen Namen tragen: Gegenüber Wohnungssuchenden mit klassischen deutschen Namen hat er sonst deutlich schlechtere Chancen. IG-Bau-Chef Robert Feiger appelliert an die Vermieter, nach Vertrauen und nicht nach Namen oder Religionszugehörigkeit zu entscheiden.

Die Verfasser der Studie erklären sich das zum einen damit, dass in München der Wohnungsmarkt republikweit am teuersten ist und Vermieter daher aus einer Vielzahl von Bewerbern den für sie "idealen" Mieter herausfiltern können. "Und wenn er zu dem Ergebnis kommt, dass er jemanden mit ausländisch klingendem Namen nicht in die engere Wahl nimmt, dann ist das diskriminierend, aber ich weiß auch nicht, wie man das wirklich sanktionieren will". Dann hätten die Vermieter wenig Möglichkeiten zu diskriminieren.

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