Versandapotheke Zur Rose steht in den Startlöchern für Börsengang

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                          APA  dpa  Daniel Reinhardt

Zur-Rose-Chef Walter Oberhänsli begründet das mit der momentan überaus günstigen Marktsituation.

Zur Rose hatte Anfang Mai angekündigt, neben anderen Möglichkeiten einen Börsengang zu prüfen. Dieser Zeitplan verkürzt sich jetzt drastisch. Franken wert. Die Zur-Rose-Aktien können außerbörslich bereits gehandelt werden.

Im Rahmen des öffentlichen Angebots sollen bis zu 1,9 Mio. neue Aktien inklusive Mehrzuteilungsoption platziert werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Gemessen am oberen Ende der Preisspanne wäre das Unternehmen aus dem Schweizer Kanton Thurgau etwa 870 Mio. Zur Rose, in Deutschland DocMorris, habe einen grossen Bekanntheitsgrad und wolle diesen Vorsprung nun nutzen. Mit einer bereits eingefädelten weiteren Übernahme und einer verstärkten Werbekampagne soll diese Position gefestigt und ausgebaut werden. Oberhänsli nannte an der Medienkonferenz Frankreich und die nordischen Länder als mögliche Expansionsziele.

Schliesslich will Zur Rose auch in die Digitalisierung investieren und die Kooperationen mit Krankenkassen und Detailhändlern verstärken. Der Online-Marktanteil sei mit 2 Prozent nach wie vor verschwindend klein.

Die Gefahr einer möglichen Übernahme durch einen grossen Player im Online-Handel nach dem Börsengang sei natürlich nicht auszuschliessen. So sei erst vor Kurzem in Deutschland die Preisbindung bei rezeptpflichtigen Medikamenten gefallen. Seither wachsen jedoch dank den gewährten Rabatten die Online-Volumen rasant. Gemäss einer Studie soll sich der E-Commerce-Umsatz im deutschen Medikamentenmarkt bis 2021 auf 3,1 Milliarden Franken gar verdoppeln.

In der Schweiz, in der die Gruppe nach wie vor über die Hälfte des Umsatzes erzielt, hofft Zur Rose mit den zusätzlichen Kooperationen zu wachsen. Der Angebotsbereich beschränkt sich dabei auf rezeptpflichtige Medikamente, weil das Bundesgericht mit einem Urteilsspruch 2015 die Hürden für den Online-Verkauf von nichtrezeptpflichtigen Medikamenten deutlich erhöht hat.

Die Schweizer Börse verzeichnete dieses Jahr bisher drei Neuzugänge. "Aber wir möchten gern selbständig bleiben", so der CEO. Eine Vorkehrung dazu sei die Strategie mit dem Ankeraktionär Corisol. Das Aktionariat besteht zudem aus mehreren Grossaktionären, nämlich der KWE Beteiligungen AG der Unternehmerfamilie Frey (20,7 Prozent), der Matterhorn Pharma Holding der saudi-arabischen Investorengruppe Al Faisaliah (6,1 Prozent) und Mitgliedern von Verwaltungsrat und Management (8,4 Prozent). Auf weitere Massnahmen wie der Beschränkung der Stimmrechte wird verzichtet.

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