Wolf bei Überlingen am Bodensee gesichtet

Der Wolf zwischen Obstbäumen

Laut dem Naturschutzbund (NABU) ist der Südwesten eine wichtige Region für die wilden Tiere.

Eine Privatperson hat am Mittwoch gegen 17.30 Uhr nordöstlich von Überlingen am Bodensee einen Wolf gesichtet. Die Auswertung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg ergab, dass es sich vermutlich um ein Jungtier handelt.

"Bis zu seiner Ausrottung hatte der Wolf Jahrhunderte lang zu Baden-Württemberg gehört", sagte Umwelt- und Naturschutzminister Franz Untersteller. Wo sich der Wolf aktuell aufhält ist nicht bekannt.

Sabine Häring, Sprecherin der Nabu-Wolfsbotschafter in Baden-Württemberg, schätzt das Alter des Wolfs nach Sichtung der Fotografie auf etwa ein Jahr. Eine Begegnung zwischen Mensch und Tier sei extrem selten, weil die Wölfe den Menschen zuerst wahrnehmen und dann in der Regel das Weite suchten. Um eine gute Grundlage für die Akzeptanz des Wolfes zu schaffen, sei eine enge Kooperation von Schafhaltern mit Naturschutzverbänden und Behörden notwendig. Für den Fall, dass der Wolf, der insbesondere Rehe, Wildschweine und Rotwild frisst, doch einmal Nutztiere wie Schafe oder Ziegen angreifen sollte, beteiligt sich das Land maßgeblich am sogenannten "Wolfsausgleichsfonds". Über diesen von Naturschutz- und Jagdverbänden eingerichteten Fonds könnten Nutztierhalter entschädigt werden. Ihm bleibe jetzt nur noch abzuwarten, mehr Kontrollfahrten zu unternehmen und die Zäune sicher unter Strom zu halten. "Ich hoffe, dass ihn schleunigst einer überfährt".

In Ost- und Norddeutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz haben sich Wölfe etabliert. Davor waren bei Lahr und bei Merklingen an Autobahnen zwei überfahrene Wölfe gefunden worden. Wie das Umweltministerium am Freitag mitteilte, habe eine Privatperson einen Wolf fotografiert. "Wenn der Wolf wieder bei uns eine Heimat fände, wäre dies ein Gewinn für die Artenvielfalt im Land". Der bereits im Jahr 2014 veröffentlichte "Handlungsleitfaden Wolf" beschreibt den rechtlichen und administrativen Handlungsrahmen und regelt Zuständigkeiten, Kommunikationswege, Handlungsroutinen sowie das Monitoring.

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