Confed-Clinch in Kasan: Löw warnt vor Chiles Wucht

Bundestrainer Joachim Löw will sich beim Training vor allem ein Bild davon machen welche Spieler in welcher Verfassung sind

"Das Turnier ist ja auch dafür da, sich mit solchen Mannschaften zu messen", sagte der Schalker Goretzka, Deutschlands Bester gegen Australien.

Schon in der Fußgängerzone von Kasan, und später auch noch viel eindrucksvoller im Stadion, waren die Kräfteverhältnisse am Nachmittag vor dem Spiel unzweifelhaft deutlich verteilt: Das Häuflein deutscher Anhänger kam weder in der Anzahl noch in der Lautstärke auch nur annähernd an die Fans des Südamerikameisters heran. Das junge Perspektivteam von Bundestrainer Joachim Löw stieß mit einem 1:1 (1:1) gegen den technisch und körperlich überlegenen Südamerikameister die Tür zum Confed-Cup-Halbfinale auf. Für den Einzug reicht ein Punkt im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun am Sonntag in Sotschi (17.00 Uhr/ZDF) sicher. Die Südamerikaner machten weiter Druck und hätten auch durch Eduardo Vargas das 2:0 erzielen können, aber dessen Schuss knallt nur gegen die Querlatte. Entsprechend defensiv hatte Joachim Löw seine Mannschaft auf- und eingestellt.

"Ich bin insgesamt sehr zufrieden". Das war ein Spiel auf sehr hohem Niveau mit höchsten Ansprüchen. Wir haben das fast ganze Spiel über gelöst. Zwei, drei Chancen muss man gegen so eine Weltklasse-Mannschaft in Kauf nehmen. "Die Mannschaft hat große Widerstandskraft bewiesen", lobte Löw nach dem Punktgewinn.

Ähnlich äußerten sich seine Spieler. "Wir wussten, dass die Chilenen mit viel Power und Druck kommen. Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen so eine Mannschaft Paroli bieten und guten Fußball spielen können". Dieser Fehlpass war nicht unbedingt notwendig, aber die Reaktion der Mannschaft war sehr gut.

Der Weltranglistenvierte aus Chile war im Vergleich zum Auftaktgegner Australien eine Nummer größer. Und auch das chilenische Team, das überhaupt nicht aufhören wollte, die eigene Nationalhymne geradezu herauszubrüllen, hatte in Person von Arturo Vidal schon eine Drohkulisse für die deutsche Mannschaft aufgebaut. Vor einer Fünferkette als vorletzte Instanz vor Torwart André ter Stegen platzierte der Bundestrainer noch eine Doppelsechs mit Emre Can und Sebastian Rudy zur damit gleich siebenfachen Absicherung. Einen krassen Abspielfehler von Mustafi in die Füße von Sanchez nutzten die Chilenen eiskalt aus.

Zur praktischen Vorbereitung blieb Löw nur das Abschlusstraining in der WM-Arena an der Wolga.

Die Chilenen sind im Gegensatz zum Weltmeister mit allen Assen nach Russland gekommen. Ein ordentlicher Spielaufbau war kaum möglich, allzu oft gingen die Bälle bereits im Mittelfeld verloren. Dagegen kam die deutsche Mannschaft nur selten zu gefährlichen Offensivaktionen. Auch, weil Kapitän Julian Draxler zu selten das Spiel an sich reißen konnte. Jetzt wurde auch der bis dahin fast unsichtbare Leon Goretzka mal auffällig, Mustafi und Ginter stabilisierten sich neben dem zuverlässigen Niklas Süle. So war es der erwartete Härtetest gegen einen der Turnierfavoriten. Wir haben dann den Ausgleich gemacht, das war ein super Angriff von uns. Und es war kein Zufall, dass der emsige Can in der 41. Minute den Ausgleich mit einem Sprint über das halbe Spielfeld und einem präzisen Pass in die Tiefe auf den perfekt gestarteten Jonas Hector vorbereitete. Es war zugleich die Belohnung für den Gladbacher, der mit klugen Laufwegen zu gefallen wusste. Nach der Pause konnte Chile das hohe Tempo nicht mehr gehen und auch Deutschland war mit dem Punkt durchaus zufrieden. "Es ist absolut klasse, wie Chile spielt", sagte er und mahnte: "Wir müssen 90 Minuten hellwach sein".

Related:

Comments

Latest news

Steigende Ölpreise hieven Dax ins Plus
Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1173 (Donnerstag: 1,1169) US-Dollar fest. Eine Verkaufsempfehlung der DZ Bank drückte die Titel des Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub mit 0,93 Prozent ins Minus.

OVG Münster: Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht
Die Speicherpflicht erfasse pauschal die Verkehrs- und Standortdaten nahezu aller Nutzer von Telefon- und Internetdiensten. Die Luxemburger Richter hatten in ihrer Entscheidung die Vorratsdatenspeicherung in Schweden und Großbritannien verworfen.

ZF und Hella werden strategische Partner
Gleichzeitig baut ZF seine Position als Systemanbieter in den Bereichen autonomes Fahren und Assistenzsysteme aus. Sie wollen auf dem Feld der Sensortechnologie eng zusammenarbeiten - und beide davon profitieren.

Manchester, Monaco, Turin: Wohin wechselt Bayern-Talent Sanches?
Doch der Brasilianer könnte nicht der einzige Spieler des Rekordmeisters sein, der die Reise in Richtung Turin antritt. Auch der portugiesische Youngster hat sich bei den Münchnern bislang nicht durchsetzen können.

Nach vereiteltem Anschlag in Brüssel: vier Menschen festgenommen
Es gebe entsprechende Hinweise, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwochabend nach einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes mit. Der in Haft sitzende Salah Abdeslam hatte hier nach den Paris-Attentaten vom November 2015 Unterschlupf gefunden.

Other news