Erdogan will nach G-20-Gipfel in Deutschland auftreten

Organisator will nicht über Grund für Erdogans Solo Auftritt in NRW sprechen

Der türkische Staatspräsident Erdogan will offensichtlich das G20-Treffen Anfang Juli in Hamburg mit einem Propagandaauftritt im Ruhrgebiet zu verbinden. Darüber gibt es derzeit nur Spekulationen. Kalin sagte dazu, man habe Verständnis dafür, dass Hamburg selbst wegen des G-20-Gipfels als Veranstaltungsort für eine Erdogan-Rede ausfalle. Auch die türkische Botschaft in Berlin weiß von nichts: "Darüber haben wir keine Informationen", meint ein Sprecher gegenüber der "Welt".

Zu diesen gehört die deutsche Kritik am Demokratie-Abbau durch die Erdogan-Regierung und die türkischen Klagen über deutsches Asyl für Gegner des Staatspräsidenten.

Anscheinend gibt es aber Probleme, einen geeigneten Ort dafür zu finden: Für einen angefragten Termin am 9. Juli steht die Dortmunder Westfalenhalle nicht zur Verfügung. An dem Tag liefen Aufbauarbeiten für eine andere Veranstaltung. Auch er beschied eine entsprechende Anfrage für den 9. Juli abschlägig, wie die "Rheinische Post" vorab berichtete. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es gestern: "Bislang haben wir von der türkischen Seite keine förmliche Anfrage erhalten". Nach einem Bericht der Dortmunder "Ruhr Nachrichten "soll es sich um ein Event-Unternehmen aus Ankara handeln".

Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" war auch ein Auftritt Erdoğans in Köln im Gespräch.

Auch die Köpi-Arena in Oberhausen erteilte einer Anfrage für eine Veranstaltung mit Erdogan eine Absage. "Für Herrn Erdoğan haben wir momentan keinen Platz frei", sagte Löcher der Zeitung weiter.

Ein Sprecher der Polizei Dortmund bestätigte auf Nachfrage, dass die Beamten über eine "informelle" Anfrage für einen Auftritt Erdogans informiert worden seien.

Zudem hatte der Staatschef seine deutschen Gastgeber bei früheren Auftritten düpiert: Bis heute unvergessen ist Erdogans Kölner Rede im Jahr 2008, als er der Bundesrepublik eine Assimilierung der Türken und damit ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwarf.

Im Rahmen des Wahlkampfes für das türkische Verfassungsreferendum sorgten potenzielle Auftritte von türkischen Politiker in Deutschland und Österreich für heftige Diskussionen.

Die LINKEN-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen forderte die Bundesregierung auf, einzugreifen, falls ein Erdogan-Auftritt im Anschluss an den G20-Gipfel geplant sein sollte.

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