Sebastian Kurz gegen staatliche Förderung islamischer Kindergärten in Österreich

Sebastian Kurz

"Es soll keine islamischen Kindergärten geben", meinte Kurz unmissverständlich.

Der österreichische Außenminister und ÖVP-Obmann Sebastian Kurz hat eine schärfere Gangart bei der Integration gefordert und sich für eine Schließung der islamischen Kindergärten in Wien ausgesprochen. Kern will die Forderung nicht kommentieren. "Er weiß aber auch, dass eine pauschale Schließung der Kindergärten nicht empfehlenswert ist", sagt der Religionspädagoge in Richtung des Integrationsministers.

Der Kurz-Vorschlag stieß bisher fast durchwegs auf Ablehnung.

Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) kritisierte Kurz' Vorhaben. Auch die FPÖ bezweifelt die Umsetzung des Vorhabens.

Auch am Donnerstag wiederholte der ÖVP-Chef, dass er dagegen sei, islamische Kindergärten mit Steuergeld zu finanzieren. Ihre Tiroler Parteikollegin Christine Baur stellte sich gegen die "Vorverurteilung", dass islamische Kindergärten nicht existieren dürften.

Laut der aktuellsten verfügbaren Statistik gibt es in Wien zurzeit rund 100.000 bewilligte Kinderbetreuungs-Plätze. Aufgrund von Erhebungen wird damit gerechnet, dass diese etwa 10.000 Kinder betreuen, somit gut zehn Prozent der heranwachsenden Kinder in ihrer Obhut haben und diese streng nach islamischen Regeln erziehen. In Salzburg werden Einrichtungen, die sich nicht an Meinungs- und Religionsfreiheit sowie demokratischem Verständnis halten, nicht genehmigt, betonte die Grüne Landesrätin Martina Berthold.

Dort würden Kinder nicht nur "religiös abgeschottet, sondern auch sprachlich abgeschottet aufwachsen", denn das seien islamisch-tschetschenische, islamisch-türkische oder islamisch-arabische Kindergärten. Darin seien auch die Meinungs- und Religionsfreiheit sowie ein demokratisches Verständnis beinhaltet.

Inzwischen ist es um das Ergebnis dieser Überprüfungen ruhig geworden.

Auch in Vorarlberg ist die Frage der islamischen Kindergärten kein Thema.

Vorarlberg setze auf die integrative Betreuung der Kinder, teilte Landesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) mit. Er sieht das Problem nicht bei den Pädagogen, sondern bei den Kindergarten-Betreibern.

Es sei ein wichtiger Schritt gewesen, den Gratis-Kindergarten einzuführen, "damit Kinder beim Schuleintritt schon richtig deutsch können, damit sie nach der Volksschule auch lesen und schreiben können". Sollte Kurz aber gemeint haben, dass man nur mehr säkulare Kindergärten erlauben solle, würde dies sicher zu einer "interessanten Diskussion" führen. "Damit garantieren wir eine einheitliche Pädagogik, welche nach den Prinzipien der Offenheit und der Toleranz ausgerichtet ist", erklärte Schwarz.

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