Evakuierungen in England: Tausende müssen wegen Brandgefahr Hochhäuser verlassen

Grenfell Tower. Bild Natalie Oxford. Lizenz CC BY 4.0

Berlin Nach der Brandkatastrophe in London haben die Behörden ähnliche Häuser untersucht. Am Freitagabend wurden die Bewohner der Gebäude im Stadtteil Camden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, wie der Stadtrat von London mitteilte.

Die fünf Hochhäuser gehören zum sogenannten Chalcots Estate im Norden Londons.

Hunderte Bewohner von fünf Hochhäusern in London müssen ihr Zuhause wegen Brandgefahr vorsichtshalber verlassen. Die Entscheidung zur Evakuierung war nach einer Inspektion getroffen worden. Etwa 650 Wohnungen sind den Angaben zufolge betroffen. Die Gebäudeverkleidung und Isolierung hätten Sicherheitstests nicht bestanden. Am Ende hätten die Fachleute gesagt, sie könnten die Sicherheit der Menschen in den Wohnblocks nicht garantieren.

Wegen Feuergefahr würden die Hochhäuser "umgehend geräumt", kündigte die Stadtverwaltung im Bezirk Camden am Freitagabend an. Bei der Brandkatastrophe im Grenfell Tower am 14. Juni waren mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Der Hochhaus-Komplex soll nach einem BBC-Bericht von 2006 bis 2009 von derselben Firma saniert worden sein wie der Grenfell Tower. Die Arbeiten an den geräumten Gebäuden werden drei bis vier Wochen dauern, wie Georgia Gould vom Bezirksrat sagte.

Das Feuer in dem 24-stöckigen Sozialbau hatte sich am Mittwoch vergangener Woche rasend schnell über die Fassade ausgebreitet. Eine "Reihe bestimmter Umstände" mache das in diesem Fall notwendig.

Laut Polizei soll ein defekter Kühlschrank den Hochhausbrand ausgelöst haben. Das Material der Außenverkleidung steht daher im Zentrum der Aufarbeitung der Katastrophe. Nach dem Feuer war eine Untersuchung von ähnlich gebauten Hochhäusern veranlasst worden. Die Ermittler hätten Unterlagen von mehreren Organisationen beschlagnahmt, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard. Wegen Baumängeln prüfen die Ermittlungsbehörden nun Anklagen wegen fahrlässiger Tötung. Man sehe sich alle Unternehmen an, die am Bau und an der Sanierung des Grenfell Towers beteiligt gewesen seien, hieß es.

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