EZB schickt zwei italienische Banken in die Pleite

EZB Italienische Krisenbanken sollen abgewickelt werden

Die EZB-Bankenaufsicht stufte die beiden Geldhäuser als wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig ein.

Die zwei kleineren italienischen Krisenbanken Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca sollen laut der Europäischen Zentralbank (EZB) nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt werden. Das gelte aber nur für die gesunden Teile der Banken und auch nur wenn Bedingungen erfüllt würden, erklärte Intesa am Mittwoch nach einer Sitzung des Verwaltungsrats. Die Geldhäuser leiden unter einem Berg an faulen Krediten, die Intesa aber nicht übernehmen will. Die EZB habe den Banken Zeit für einen Rettungsplan gegeben, sie hätten aber keine "glaubwürdigen Lösungen" unterbreitet.

Die italienische Regierung versicherte, man werde dafür sorgen, den Bankbetrieb aufrecht zu erhalten und Kontoinhaber und erstrangige Gläubiger zu schützen.

Zum Sorgenkind Nummer eins des maroden italienischen Bankensektors hatte es vor einigen Wochen erst eine Grundsatzeinigung zwischen der EU-Kommission und der Regierung in Rom gegeben. Es wird erwartet, dass die "guten" Geschäftsteile von der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo übernommen werden zum symbolischen Preis von einem Euro.

Popolare di Vicenza und Veneto Banca benötigen insgesamt 6,4 Mrd. Sollte der Vorstoß Teil einer Lösung sein, müssten die faulen Kredite in eine "Bad Bank" eingebracht werden, die teilweise von der Regierung und damit wieder mit Steuergeldern finanziert werden würde. Am Wochenende hatte allerdings die Zeitung "La Stampa" berichtet, dass die EU-Kommission Italien bald informieren werde, dass die beiden Krisenbanken nicht mit direkter staatlicher Unterstützung gerettet werden dürften. Die EZB habe den beiden Instituten Zeit gegeben, Kapitalpläne vorzulegen.

Das würde eine Abkehr von einem früheren staatlich gestützten Plan darstellen, die Banken mit einer vorsorglichen Rekapitalisierung wieder zu beleben und zu fusionen. Damit wurde erstmals der im Januar 2016 in Kraft getretene SRM genutzt, der verhindern soll, dass Steuerzahler mit Milliardensummen für insolvente Banken bezahlen müssen.

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