Aktie des japanischen Airbagherstellers Takata im freien Fall

Nach Berichten über eine bevorstehende Insolvenz befindet sich die Aktie des angeschlagenen japanischen Airbagherstellers Takata im freien Fall: Am Mittwoch stürzte der Kurs an der Börse in Tokio um fast 25 Prozent ab - das war der maximal zulässige Wert innerhalb eines Tages. Während das Unternehmen erklärte, es sei noch "nichts entschieden", erwarten die Aktionäre eine Entscheidung noch vor der Hauptversammlung am kommenden Dienstag.

Der angeschlagene japanische Autozulieferer Takata plant laut Medienberichten, Gläubigerschutz zu beantragen. Takata kämpft seit mittlerweile mehreren Jahren mit den Folgen eines Skandals um explodierende Airbags. Dieser werde am zuständigen Bezirksgericht in Tokio eingereicht, zitiert Reuters eine mit dem Vorgang vertraute Person sowie eine zweite, die darüber unterrichtet worden sei.

Weltweit stehen mindestens 16 Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung. Betroffen sind dort etwa 42 Millionen Fahrzeuge. Takata beschäftigt in Aschaffenburg und Bad Kissingen rund 2000 Mitarbeiter, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. Demnach will der Zulieferkonzern Banken wie Sumitomo Mitsui um einen Überbrückungskredit bitten, um nach einem Antrag auf Gläubigerschutz wieder auf die Beine zu kommen.

Takata hatte im Januar mit den US-Behörden eine Einigung im Airbag-Skandal erzielt. Danach zahlt die Firma unter anderem eine Milliarde Dollar (897 Millionen Euro) und stellt sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers. Angesichts enormer Verbindlichkeiten von mehr als einer Billion Yen (rund 8,1 Milliarden Euro) wäre es die größte Pleite eines produzierenden Unternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte. So soll das Unternehmen SMFG Kredite in Höhe von umgerechnet Hunderte Millionen Euro bereitstellen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche unter Berufung auf Kreise von den Antragsplänen berichtet.

Der Sitz des Automobilzulieferers Takata in Aisho (Japan).

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