Altbundeskanzler Kohl erhält Totenmesse im Dom von Speyer

Helmut Kohl Altkanzler

Nach einer Privataudienz im Vatikan sagte Merkel, der Papst habe seine Anteilnahme ausgedrückt und Kohl als "großen Staatsmann" gewürdigt. Freitagmorgen um 9.15 Uhr schlief Helmut Kohl friedlich ein. Überrascht wurde sie von der Idee eines europäischen Staatsaktes jedenfalls nicht. Der Europäische Trauerakt findet erstmals in der Geschichte der EU statt.

Juncker begründet die Initiative in der "Bild am Sonntag" damit, dass Kohl einer von nur drei europäischen Ehrenbürgern war - neben dem europäischen Gründervater Jean Monnet und dem früheren Kommissionspräsidenten Jacques Delors - sowie Wegbereiter des Euro. Es sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen als "deutscher Europäer und europäischer Deutscher" geehrt zu werden, meldete das Blatt und zitierte dabei einen Vertrauten Kohls. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker möchte Kohl mit einem europäischen Staatsakt ehren. Juncker sei "in Kontakt mit allen relevanten Akteuren, um schnellstmöglich das Datum festzulegen". Am Sonntagnachmittag will sich auch Kanzlerin Angela Merkel in das Kondolenzbuch im Kanzleramt eintragen. Nach Informationen der "BamS" soll der Staatsakt voraussichtlich in Straßburg abgehalten werden.

Berlin (dts) - Für den am Freitag verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Kohl ist eine Totenmesse im Dom zu Speyer geplant.

In seiner Zeit als Kanzler hatte er sie vielen Staatsgästen gezeigt. Das könnte zu einer Herausforderung an die Sicherheitsbehörden werden. Oder der frühere US-Präsident Bill Clinton, zu dem Kohl ebenfalls enge Kontakte hatte. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus und richtete ein weiteres im Internet ein. Auch er war mit dem Schiff über den Rhein an seine letzte Ruhestätte gebracht worden. Freilich ist die Entfernung zwischen Köln und Königswinter weitaus geringer als die zwischen Straßburg und Speyer, was sich als logistisches Problem erweisen könnte. Einen solchen Staatsakt hat es noch nie gegeben, die Ehrung ist beispiellos. Der Bundespräsident muss einen Staatsakt anordnen, um die Organisation kümmert sich meist das Bundesinnenministerium. "Wir Deutschen verdanken ihm viel". Staatsbegräbnisse und Trauerstaatsakte in Deutschland folgen detaillierten protokollarischen Vorgaben. Die "Anordnungen" darüber "trifft der Bundespräsident". Als höchst unwahrscheinlich gilt, dass es dazu noch in dieser Woche kommt. In der Anordnung heißt es weiter, dass die "Durchführung von Staatsbegräbnissen und Staatsakten" dem Bundesinnenminister unterliegt. Er sei "traurig darüber, dass ich mich mit ihm vor seinem Tod nicht mehr aussprechen konnte".

Unklar war zunächst, wann und wo es einen Staatsakt für Kohl geben wird. Das Bundespräsidialamt erklärte, man werde sich bei der Ausgestaltung der Feierlichkeiten an den Wünschen der Familie orientieren.

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