Der Tagesspiegel: Jede vierte kommunale Klinik schreibt rote Zahlen

Viele Krankenhäuser bauen geschäftlich um- Spezialisierungen sind nötig um wirtschaftlich zu überleben

Bei zwölf Prozent war die Ertragslage im "gelben", bei 79 Prozent im "grünen" Bereich.

Das Wirtschaftsinstitut RWI hat am Mittwoch seinen Krankenhaus-Report vorgestellt.

Berlin (ots) - 2016 haben rund 25 Prozent der 600 kommunalen Kliniken mit rote Zahlen geschrieben. 2012 war für die Krankenhäuser das schlechteste Jahr in der jüngeren Vergangenheit.

Nach Darstellung der Experten war die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in den neuen Bundesländern auch 2015 wieder am besten. Am schwierigsten sei sie in Bayern, Niedersachsen/Bremen, Hessen und Baden-Württemberg gewesen. 2014 betrug der Anteil der Kliniken mit roten Zahlen noch 20 Prozent. In einigen Regionen gibt es zu viele kleine Häuser und zu wenig Spezialisierung. Der Fonds, der im Krankenhausstrukturgesetz geregelt ist, werde gut angenommen.

Er sollte über 2018 hinaus fortgeführt werden, sagte Boris Augurzky, Leiter des RWI-Bereichs Gesundheit. Das Institut geht davon aus, dass den Häusern jedes Jahr insgesamt 2,6 Milliarden Euro fehlen. "Die Entscheider in Kommunen, Ländern und Bund sollen einen Dialog mit den Bürgern führen, wie Versorgung aussehen und wie sie finanziert werden sollte".

Die Bettenzahl ist gegenüber dem Vorjahr zwar kaum zurückgegangen. Allerdings unterschritt sie den Angaben zufolge erstmals die Marke von 500 000 Betten. Gleichzeitig nahm die Zahl der Krankenhausbehandlungen um 0,5 Prozent leicht zu. Die Zahl der Kliniken reduzierte sich um 1,2 Prozent auf 1.956, die durchschnittliche Verweildauer der Patienten auf 7,3 Tage.

Augurzky geht davon aus, dass in der kommenden Legislaturperiode noch ausreichend Geld im Gesundheitssystem sein werde. Dazu sei eine Gesundheitsagenda 2025 für die beiden nächsten Legislaturperioden nötig.

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