Deutschland: Ifo-Geschäftsklima steigt auf neuen Rekord

Ifo-Geschäftsklima bricht Rekorde

München. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erklimmt immer neue Höhen.

Wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte, stieg der Geschäftsklima-Index auf gut 115 Punkte. "Damit wurde der Rekordwert vom Vormonat überboten", hieß es. Beobachter hatten für Juni mit einem leichten Rückgang auf 114,4 Zähler gerechnet.

"In den deutschen Chefetagen herrscht Hochstimmung", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Der entsprechende Index stieg von 123,3 Punkten auf 124,1 Punkte. Außerdem erwarten sie eine weitere Verbesserung ihrer Geschäfte. Er legte um 0,3 Punkte auf 106,8 Punkte zu. Begründet wurde die Entwicklung mit einem anhaltenden Bauboom, konsumfreudigen Verbrauchern sowie einer robusten Weltkonjunktur. Viele Institute hoben deshalb ihre Konjunkturprognose an. Die Bundesregierung geht dagegen nur von 1,5 und 1,6 Prozent aus.

Der Ifo-Index gilt als der wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

München/Frankfurt. Die Unternehmen hierzulande schauen so zuversichtlich auf ihre Geschäftslage und die kommenden Monate wie seit 1990 nicht mehr. Und er steigt und steigt und steigt. Im April war das Konjunkturbarometer auf 114,6 Punkte gestiegen. "Man muss nun kein Volkswirt sein, um festzustellen, dass ein Wachstum in dieser Größenordnung illusorisch ist", so Gitzel. "Läuft es für die deutsche Wirtschaft weiterhin gut, ist ein Wachstum von knapp 2 Prozent drin - auch das ist noch ein erfreulicher Wert". "Die Party geht weiter", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. Man kennt das, aber im Unternehmenssektor sind solche Ereignisse eher selten.

Unterdessen zeigt sich auch die Bundesbank optimistisch. "Daher dürfte die Wachstumsdynamik im auslaufenden zweiten Quartal nicht spürbar zurückgegangen sein". Das werde sich irgendwann korrigieren.

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe: "Die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft bleibt fantastisch, auch wenn die Geschäftserwartungen nicht richtig mitziehen". Das aktuelle Niveau würde ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von sechs Prozent nahelegen. Die Führungskräfte beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.

Uwe Burkert, LBBW-Chefökonom: "Für das Geschäftsklima scheint es kein Halten zu geben". Wegen der sehr guten Auftragslage sei mit steigenden Preisen zu rechnen. Risiken wie der geplante EU-Austritt Großbritanniens oder eine erratische Politik in den USA würden derzeit ausgeblendet. Mittelfristig droht sogar eine Überhitzung, die sich zum Beispiel in Knappheiten am Arbeitsmarkt oder einem übertriebenen Preisanstieg an regionalen Immobilienmärkten zeigt.

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