Erstmals Streik bei VW in der Slowakei

Volkswagen-Beschäftigte in der Slowakei streiken weiter

"Wir beenden den Streik mit sehr erfolgreichen Verhandlungen", erklärte Gewerkschaftschef Zoroslav Smolinsky auf Facebook. Der Kompromiss sieht demnach eine Lohnerhöhung von 13,5 Prozent mit Laufzeit bis August 2019 vor. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich ein Plus von 16 Prozent über einen Zeitraum von zwei Jahren verlangt. 70 Prozent davon beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben an dem seit Dienstag laufenden Streik. Die Belegschaftsvertreter begründeten ihren Ausstand damit, dass das Automobilwerk am Stadtrand von Bratislava eines der produktivsten im weltweiten VW-Konzernverbund sei und die Mitarbeiter trotzdem nur einen Bruchteil des Lohns ihrer deutschen Kollegen erhielten. Das habe man nun 25 Jahre lang akzeptiert und VW damit hohe Gewinner ermöglicht. Die Firmenleitung betont, mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von 1800 Euro pro Monat sei die Bezahlung bei VW doppelt so hoch wie das landesweite Durchschnittseinkommen in der Slowakei.

Der Streik wird von der Regierung unterstützt, die sich für höhere Einkommen einsetzt. Der Durchschnittslohn in der Slowakei liegt bei rund 980 Euro monatlich.

Die Löhne beim größten privaten Arbeitgeber im ganzen Land sind vergleichsweise hoch: Ein Angestellter verdient im Schnitt 1.800 Euro im Monat (die Gehälter der Top-Manager nicht eingerechnet). "Sie werden leiden", sagte er am Donnerstag vor Hunderten Arbeitern vor dem Werk. Diese Forderung verdeutlichen seit Tagen auch Transparente der demonstrierenden Arbeiter mit Aufschriften wie "Auch wir sind Teil des Konzerns!" oder dem Vorwurf an die Konzernführung in Wolfsburg: "Für uns das Minimum, für euch das Maximum".

Eine Premiere: Bei Volkswagen in der Slowakei wird heute gestreikt - erstmals seit der Werkseröffnung in Bratislava. In den Werken laufen täglich mehr als tausend Fahrzeuge vom Band. Dort werden zugleich Autos für fünf Marken produziert, nämlich VW, Porsche, Audi, Seat und Skoda. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt knapp 389.000 Wagen.

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