Jahre Harry Potter: Anfänge waren bescheiden

Daniel Radcliffe JK Rowling und Emma Watson posieren bei der Premiere des Films „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“

London - Muggel und Zauberer, Hogwarts und Askaban - ein eigenes magisches Universum hat Joanne K. Rowling mit ihrer Saga um den Zauberer-Jungen Harry Potter geschaffen und hunderte Millionen Menschen sind darin eingetaucht.

Das Café "The Elephant House" gilt als die Geburtsstätte von Harry Potter.

Rowling hatte sich schon Anfang der 90er Jahre die Geschichte um Harry Potter ausgedacht, der mit elf Jahren erfährt, dass er Zauberkräfte hat und die Zauberschule Hogwarts besuchen darf. Die sieben Romane wurden in acht Teilen verfilmt, die an den Kinokassen weltweit rund 6,5 Milliarden Euro einspielten. Ein Erfolg, der nebenbei eine von Notstandshilfe lebende Alleinerzieherin zur Dollar-Milliardärin transformiert. Die Mutter stirbt an Multipler Sklerose, ihre Ehe scheitert, sie muss sich alleine um Tochter Jessica kümmern, dazu leidet sie an schweren Depressionen. Dazu ist auch wieder ein Buch erschienen - geschrieben wie ein Theaterstück. Die Suche nach einem Verlag gestaltete sich schwierig. "Harry Potter nimmt Legenden und verpackt sie neu". Doch nach ihrer Scheidung von ihrem ersten Mann, einem Portugiesen, verließ sie das Land 1993 mit ihrer damals vier Monate alten Tochter. Risiko will dieser aber keines eingehen, lediglich 500 Exemplare werden als Erstauflage gedruckt. Sie konnte wegen des Kindes nicht arbeiten, bezog Sozialhilfe und hatte viel Zeit zum Schreiben. Bei Erscheinen des letzten Romans "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" im Jahr 2007 ist längst klar: Harry Potter ist ein analoges literarisches Phänomen in einem digitalen Zeitalter! Ältere Leser wiederum schätzen Rowlings sanft ironischen Schreibstil, erkennen im Führerkult um Oberschurke Voldemort und dessen aggressive Rassen-Ideologie clever gezogene Analogien zu den Schrecken des Faschismus, und feiern die Figur der Hermine Granger als feministische Ikone. Oder wie es Rowling selbst formuliert: "Diejenigen, die für Kinder schreiben, sind nicht etwa kindisch oder unreif, sondern erinnern sich nur mit schmerzlicher Intensität noch daran, wie es war, klein und verwirrt zu sein. Das ist der Grund, warum Bücher, die für Kinder funktionieren, auch bei Erwachsenen ankommen".

Trotz des weltweiten Rummels, hält J.K. Rowling stets alle Fäden in der Hand. Bei den Verfilmungen sichert sie sich weitreichende Mitspracherechte. Auch wenn Rowling mit dem Drama "Ein plötzlicher Todesfall" sowie der drei Teile umfassenden Krimi-Reihe um Privatdetektiv Cormoran Strike neue Wege austestet, ihr Zauberschüler lässt sie nicht los. Inzwischen gibt es außerdem ein Spin-Off der Potter-Abenteuer: Vergangenes Jahr kam der Film "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" in die Kinos. Alleine die deutschsprachigen Ausgaben gingen mehr als 33 Millionen Mal über den Ladentisch. Zusammen spielten sie mehr als 7,7 Milliarden US-Dollar ein. Mit Harry-Potter-Spielzeugen und ähnlichem wurden umgerechnet 6,5 Milliarden Euro umgesetzt. Der erste Teil der Filmreihe "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" (2016) nahm 814 Millionen Dollar ein und erhielt auch einen Oscar. Die Idee zu der Geschichte um den Zauberlehrling war Rowling schon früher gekommen, als sie im Zug von Manchester nach London reiste und vor sich hindachte. Dann aber richtig: Nach dem dritten Band war Rowling bereits so bekannt, dass das vierte Buch direkt mit Millionenauflagen auf den Markt kam.

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