#Merkron: Spannung vor Pressekonferenz von Merkel und Macron

Die Ankündigungen zünden. Man brauche wieder "ein Europa, das schützt", eines auch, "das unsere Völker wieder träumen lässt". Der EU-Ratspräsident warnt vor dem EU-Gipfeltreffen am Donnerstag aber vor Selbstzufriedenheit. Wenn er, so wie nach dem EU-Gipfel am Freitag, zudem gemeinsam mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Presse tritt, gibt es kein Halten.

Vor seinem ersten EU-Gipfel versucht Emmanuel Macron, Anknüpfpunkte mit allen politischen Gruppen zu finden. Ein "guter Anfang", meint Merkel. Es gebe keine Ausschließlichkeit.

Mit Blick auf den neuen französischen Staatschef Macron sagte Merkel, die Zusammenarbeit beider Länder habe sich als "wirklich belastbar erwiesen" - auch wenn Deutschland und Frankreich "nicht in jedem Gebiet der gleichen Meinung sind". Dann könnte der ein oder andere zwar vielleicht kurzfristige Vorteile erzielen, langfristig schadeten sich aber beide.

Ohne sie zu nennen, kritisierte Macron Polen und Ungarn. Die Staats- und Regierungschefs hätten sich damit beschäftigt, "das Fundament und die Zukunft der Europäischen Union weiter zu festigen". Ein "Geist neuer Zuversicht" habe den Gipfel geprägt.

Der Spitzenrunde sei auch bewusst geworden, wie sehr sich die EU-Staaten jetzt zunächst um ihre eigene Zukunft kümmern müssten und nicht zuerst um die Verhandlungen über den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Union. Aber die Gemeinschaft ist entschlossen, diese unaufgeregt und Schritt für Schritt abzuarbeiten. Dann werde neue Projekte festgezurrt. Der Gipfel forderte hier "schnell" moderne "Handelsschutzinstrumente". Die Staats- und Regierungschefs haben schon seit längerem bekannte Planungen zur europäischen Verteidigungsunion konkretisiert, die unter dem sperrigen Begriff "Ständige Strukturierte Zusammenarbeit" und dem nichtssagenden Kürzel "SSZ" firmiert. "Das muss Europa schaffen", sagte er. So gibt es zwischen Paris und Berlin bis heute keine Einigkeit darüber, wie sie organisiert werden soll.

Macron äußerte sich ähnlich.

Zumindest habe Macron den Vorteil, dass er viele seiner EU-Kollegen bereits kenne, sagt der Euro-Skeptiker François Heisbourg, Präsident des Internationalen Instituts für Strategische Studien in London. Fortschritte erhoffte man sich vor allem für eine gemeinsame Verteidigungspolitik. Das bleibe aber wichtiger Teil der europäischen Solidarität.

Sieht man Merkel und Macron so einträchtig ihre Pläne vortragen, möchte man gern an glückliche Fügung glauben. Der neue französische Präsident Emmanuel Macron provozierte mit scharfer Kritik an osteuropäischen Ländern wütende Reaktionen von dort.

Dazu kommt das gemeinsame Motto Merkels und Macrons, das "Tempo" heißt.

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