Polizei verhindert Schwulenparade mit Tränengas

Politik LGBTI-Aktivistin vor dem Istanbuler Justizpalast

Die Behörden erklärten, die Massnahme gefährde die Sicherheit von Bürgern und Touristen sowie die öffentliche Ordnung. In sozialen Netzwerken machten türkische Nationalisten Stimmung gegen die Demonstrationen.

Bei der verbotenen Istanbuler Gay-Pride-Parade hat die Polizei Gummigeschosse auf dutzende Teilnehmer abgefeuert. Nach einem Verbot der Demonstration hielten Sicherheitskräfte die Aktivisten davon ab, sich auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal zu versammeln und setzte in den Seitenstraßen vereinzelt Tränengas ein. Zahlreiche Menschen gingen aber dennoch auf die Straße.

2014 hatte der "Marsch des Stolzes" für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen in Istanbul bis zu 100.000 Menschen angezogen - eine der größten derartigen Veranstaltungen in der muslimischen Welt. Unzählige Aktivisten versammelten sich dennoch. Der Deutschen Presse-Agentur sagte sie, man wolle die Aktivistinnen und Aktivisten unterstützen und zeigen: "Ihr seid nicht allein".

Die Verhinderung des Gay-Pride-Marsches stiess auf scharfe Kritik. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erklärte, das Verbot sei ein klarer Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.

Der Istanbuler Gouverneur verbietet die jährliche Schwulen-und Lesbenparade wegen Sicherheitsbedenken. Er forderte die Bundesregierung zum Handeln auf. Die Parade zum Abschluss der Istanbuler "Pride Week "findet seit mehr als zehn Jahren statt und wurde 2015 erstmals verboten".

Bei weiteren Vorstößen der Pride-Parade auf den Taksim-Platz kam es im laufe der Stunden zu Ausschreitungen mit der Polizei, die mit Hunden, zum Teil auch mit Gummigeschossen und Tränengas die Bewegung zurückdrängte. In der Türkei herrscht seit dem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Juli der Ausnahmezustand. Mal das ATP-500-Turnier von Halle.

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