Wenig Interesse an Parlamentswahl in Albanien

Hauptgegner der Sozialisten unter Regierungschef Edi Rama sind die oppositionellen Demokraten

Die Bewegung für sozialistische Integration (LSI) erhielt nach der Prognose zwischen 11 und 15 Prozent.

Die regierenden Sozialisten haben die Parlamentswahl in Albanien nach einer Prognose gewonnen.

Die oppositionellen Demokraten kamen danach auf einen Wert zwischen 30 und 34 Prozent und dürften in der Volksvertretung auf etwa 42 Mandate kommen. Dennoch lag sie nur bei 45 Prozent und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Dies drückt das Misstrauen der Bürger an alle Parteien aus.

Größter Konkurrent ist Demokratische Partei und ihr Parteichef Lulzim Basha, die ebenfalls die Mehrheit im Parlament anstrebt.

Wegen niedriger Wahlbeteiligung schlossen die Wahllokale eine Stunde später als geplant erst um 20.00 Uhr. Drittstärkste Kraft wurde nach der Prognose mit bis zu 19 Abgeordneten der bisherige Juniorpartner der Sozialisten in der Regierung, die Bewegung für sozialistische Integration. Sie werfen sich gegenseitig vor, in die Organisierte Kriminalität und in den illegalen Cannabisanbau im Norden und Süden des Landes verstrickt zu sein.

Der 52-jährige Edi Rama von den Sozialisten strebt eine zweite Amtszeit an.

Die beiden grossen politischen Blöcke hatten versprochen, tiefgreifende Reformen in einem der ärmsten und korruptesten Länder Europas durchzusetzen. Die Opposition wirft Rama unter anderem vor, der Ausweitung des Drogenkonsums in Albanien keinen Einhalt zu gebieten. Viele junge Albaner - mittlerweile 1,2 Millionen - migrieren mangels Perspektiven und angesichts der Arbeitslosigkeit ins europäische Ausland. Die EU kritisierte aber in ihrem jüngsten Bericht zu Albanien das ineffektive Justizsystem sowie weit verbreitete Korruption. Nur noch 2,9 Millionen Einwohner leben in Albanien.

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