Zweites Gijon? Slowakei stinksauer auf deutsche U21

Pavel Hapal ist nach dem Spiel zwischen Italien und Deutschland stinksauer

Als "Schande" bezeichnete der Trainer der slowakischen U21 in der Nacht zum Sonntag das EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Italien (0:1). Exakt dieses Ergebnis hatte es für das DFB-Team gebraucht, ein weiterer Treffer und die Slowakei wäre statt Deutschland weitergekommen. "Wie kann es Fair Play sein, dass ich auf eine 0:1-Niederlage hin spiele, das gehört doch nicht in den Fußball?", sagte er. Denn genau daran fühlte sich Pavel Hapal erinnert. "Ich bin unglaublich enttäuscht. Was die Deutschen und Italiener gezeigt haben, war eine Schande", sagte er an der Pressekonferenz nach dem Match.

Sowohl Deutschland als auch Italien reichte der Spielstand zum Halbfinal-Einzug, weil zeitgleich Dänemark gegen Tschechien mit 4:2 führte.

Denn von einem Ballgeschiebe wie etwa beim berühmten "Nichtangriffspakt von Gijon" zwischen Deutschland und Österreich bei der WM 1982 konnte nicht die Rede sein. "Jemand sollte etwas unternehmen, auch wenn es ein so grosses Land wie Deutschland betrifft". Bis kurz vor Schluss musste Deutschland mehrfach das 0:2 befürchten. "Dass man versucht, sicher zu spielen, ist glaube ich in den letzten fünf, sechs Minuten ganz normal", so sein Kommentar.

Stürmer Davie Selke (22) gab immerhin zu, dass es für die Zuschauer "vielleicht nicht so amüsant" war.

Die slowakischen Gazetten reagierten dann auch mit Empörung. Die Zeitung "Novy Cas" schrieb: "Das war schreckliches Theater, eine Fußball-Parodie". In der Tat waren beide Mannschaften lange Zeit noch zu Chancen gekommen, vor allem die Italiener, die klar besser waren als die Deutschen. "Plus Jeden Den" schrieb von der "Großen Fußball-Schande".

Dann aber gingen die Dänen in Führung, und Hapal wartete vergeblich auf ein Tor für Deutschland oder Italien.

Anders als vor 35 Jahren in Gijon war in Krakau vor Anpfiff nicht klar, ob ein 0:1 beiden Team reichen würde. Nach dem Tor für Italien kam es sogar zu Rangeleien.

Er wolle nun keine Spiele der EM mehr sehen, sagte Hapal schließlich. In dieser Funktion weilt er derzeit bei der U21-EM in Polen. "Ich würde mich freuen, wenn England und Spanien ins Finale kämen", sagte der 47-Jährige, der von 1992 bis 1995 für Leverkusen gespielt hatte.

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