Gottesanbeterinnen fressen auch Vögel

Gottesanbeterinnen machen auch Jagd auf Vögel

Bislang war bekannt, dass die mit kräftigen Fangbeinen ausgestatteten Raubinsekten Spinnen jagen, selten auch kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Salamander oder Schlangen.

Für ihre Übersichtsstudie, die im Wilson Journal of Ornithology erschienen ist, haben die Forscher um Martin Nyffeler von der Universität Basel mit zwei Kollegen aus den USA147 dokumentierte Fälle vogelfressender Gottesanbeterinnen aus aller Welt zusammengetragen.

In vielen der dokumentierten Fälle waren laut Studie die Fangschrecken mindestens sechs Zentimeter lang und mit einem Gewicht von bis zu sieben Gramm häufig schwerer als die Vögel selbst. Doch auch in Spanien, Australien und einigen afrikanischen Ländern wurde dieses Verhalten beobachtet. Auf dem Menü der Fangheuschrecken standen dabei 24 unterschiedliche Vogelarten, wie die Uni Basel am Dienstag mitteilte.

"Dass das Fressen von Vögeln bei Gottesanbeterinnen derart weit verbreitet ist - geografisch und im Hinblick auf die Vielzahl der beteiligten Arten - ist eine spektakuläre Entdeckung", sagte Nyffeler. Die Gottesanbeterinnen lauern Kolibris etwa an Pflanzen auf, an denen die Vögel Nektar suchen.

Zu den Opfern zählt besonders der Rubinkehlkolibri (Archilochus colubris) - auf dem Bild links zu sehen: ein Schwarzkinnkolibri (Archilochus alexandri).

Die Autoren warnen davor, nicht-heimische Fangschrecken-Arten zur Schädlingsbekämpfung auszusetzen, wie dies vor einigen Jahrzehnten in Nordamerika geschehen sei. Neben diesen eingeschleppten Arten sind jedoch auch große einheimische Arten ein Risiko für kleine Vögel. Sie mahnen deshalb zur Vorsicht.

Die Studie mache deutlich, welch große Gefahr Gottesanbeterinnen für den Bestand der Vögel darstellen, so Nyffeler.

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