Doppelmord von Linz war Anschlag von IS-Anhänger

Sobotka informierte über den Hintergrund der Tat in Linz. Bild SN  APA /EXPA  MICHAEL GRUBER

Der Tunesier lebt seit 1989 in Österreich und ist mit einer Linzerin verheiratet, die zum Islam konvertiert ist. Diese machte er für viele negative Erfahrungen verantwortlich, die er subjektiv hier gemacht und auf die Freiheitlichen projiziert hatte. Es wäre die erste Bluttat mit IS-Hintergrund in Österreich. "Es handelt sich um einen radikalen Muslim, der den Mord verübt hat".

Am Samstag hatte der oberösterreichische Landespolizeidirektor Andreas Pilsl in einem Hintergrundgespräch noch erklärt, die Tat sei nicht in der Nähe der radikalislamischen Szene zu verorten. Dabei seien keine Komplizen beteiligt gewesen.

Der mutmaßliche Doppelmörder, der zuletzt im Geschäft seiner Lebensgefährtin als Lebensmittellieferant mitarbeitete, soll wenige Tage vor der Bluttat den Entschluss gefasst haben, an der Gesellschaft ein Exempel zu statuieren. Der Hintergrund werde jedoch intensiv untersucht. Der Tunesier wollte nach derzeitigen Erkenntnissen nie als Kämpfer nach Syrien, sagte der Innenminister. Man werde auch weiterhin über den Fall laufend informieren, doch die Ermittlungen hätten Vorrang und würden mit größter Ernsthaftigkeit und Konzentration geführt. Laut Pilsl war der Mann vor kurzem in seiner Heimat Tunesien, um sich ein zweites Standbein als Tischler aufzubauen. Ob der Verdächtige bereits mit den Vorwürfen eines islamistischen Hintergrunds konfrontiert wurde und wie er sich dazu geäußert habe, wollte Sobotka nicht bekanntgeben.

Sobotka nutzte die Gelegenheit, um für sein umstrittenes "Sicherheitspaket" zu werben. Zweitens soll mit einer Novelle zur Strafprozessordnung die Internettelefonie (also Skype, WhatsApp und Ähnliches) ebenso überwacht werden können wie herkömmliche Telefonate - bei bestehendem Verdacht und mit Genehmigung eines Richters. Es fällt mir persönlich sehr schwer zu begreifen, warum ein Mann, den wir vor fast 30 Jahren in unserem Land aufgenommen haben, derartigen Hass auf unsere Gesellschaft und Sympathien für den Islamischen Staat entwickelt.

Nach dem gewaltsamen Mord an einem betagten Ehepaar am Freitagvormittag in Linz, gibt es nun neue Erkenntnisse. "Und es zeigt auch, dass wir offensichtlich auch in Österreich größere Integrationsprobleme haben, als wir dachten".

Landeshauptmann Thomas Stelzer erklärte, dieser Fall belege, "dass wir unseren Sicherheitsbehörden jene rechtlichen Möglichkeiten bieten müssen, die sie brauchen, um effektiv und präventiv tätig werden zu können".

Die Leichen des Ehepaars im Alter von 85 und 87 Jahren waren am 30. Juni in einem brennenden Wohnhaus in Linz entdeckt worden.

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