Krawalle bei Autonomen-Demo gegen G20-Gipfel in Hamburg [1:31]

G20 in Hamburg- Zum Gipfelauftakt Demonstrationen mit Gewaltpotenzial

"Massive Ausschreitungen bei G20-Protesten". Vermummte warfen Rauchbomben und legten Brände. Um 16 Uhr beginnt die Auftakt-Kundgebung der "Welcome to Hell"-Demo am Fischmarkt mit Reden und viel Musik".

Die Staats- und Regierungschefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer kommen am Freitag und Samstag in Hamburg zusammen. Angeführt wurde er von Polizisten.

Die Autonomen rund um das besetzte Kulturzentrum "Rote Flora" hatten als Veranstalter angekündigt: "Im Gegensatz zur bürgerlichen Opposition werden wir den Herrschenden keine Alternativen vorschlagen, um das kapitalistische System am Leben zu erhalten". Später brannten umgestürzte Mülltonnen und mehrere Autos. Über 19.000 Polizisten sind im Einsatz, darunter mehrere Hundert Beamte aus Rheinland-Pfalz. "Sie haben entsprechend unmittelbaren Zwang angewendet".

Uhr - Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass 74 Beamte bei den Ausschreitungen verletzt wurden. Sie seien vor allem von Flaschenwürfen getroffen worden. Die Beamten zählten mehr als 70 Verletzte in den eigenen Reihen, zur Anzahl der verletzten Demonstranten konnten keine Angaben gemacht werden. -Mai-Demos krawallerprobte Hamburger Polizei gewohnt ist.

Kay Nietfeld  dpa  apa
Dunkler Rauch steigt
Kay Nietfeld dpa apa Dunkler Rauch steigt

Wie eine Sprecherin des Anwaltlichen Notdienstes erklärte, ließen die fehlenden Auflagen für die "Welcome to Hell"-Demonstration eigentlich darauf schließen, dass Polizei und Politik das Gewaltpotenzial des Demonstrationszuges seit Wochen falsch eingeschätzt und kommuniziert hätten". Gewalttäter rüsteten sich laut Polizei mit Gerüstteilen und Steinen aus und zündeten weiterhin Gegenstände an. Es fänden Aufräumarbeiten statt, twitterte die Behörde.

Die Bundespolizei berichtete von einem Angriff auf ihr Revier im Stadtteil Altona. Auf der Palmaille wurde eine kleine Barrikade errichtet. Die Lage sei weiter unübersichtlich. Die Täter versuchten nach ihren Angaben, die Tür des Rettungswagens aufzureißen und schlugen auf diesen ein. Die Polizei ging nach Augenzeugenberichten mit Schlagstöcken gegen Teilnehmer vor. Die Lage hat sich inzwischen beruhigt. Die Polizei müsse das Versammlungsrecht gewährleisten und Straftaten verhindern, sagte der GdP-Bundesvorsitzende, Oliver Malchow, im Deutschlandfunk. Experten sprechen bei der geplanten Demonstration vom "größten schwarzen Block aller Zeiten". Teilnehmen sollen dort auch bis zu 8.000 gewaltbereite Linksautonomen, wie die Polizei vorab schätzte. Es sei richtig gewesen, Vermummte von anderen Demonstranten zu trennen, sagte Malochow im Deutschlandfunk. Solange diese nicht abgelegt würden, dürfe der Zug nicht weiterziehen. Zahlreiche Demonstranten flüchteten daraufhin in Richtung Reeperbahn oder Altona.

Am späten Abend bewegt sich der Demonstrationszug auf seiner ursprünglichen Route weiter, die Polizei hat das erlaubt und begleitet die Demo. Die Demonstration soll vom Fischmarkt über die Reeperbahn auf bis etwa 300 Meter an die Messehallen als Veranstaltungsort des Gipfels heranführen. Die rigoros vorgehende Polizei setzte wiederholt Wasserwerfer und Pfefferspray ein und trieb die rund 12 000, in der Mehrzahl friedlichen Teilnehmer auseinander.

Die Ansage klingt martialisch: "Smash G20 - Welcome to the Hell of St".

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