"Wie ein kleiner Krieg" - Schwere G20-Krawalle in Hamburg

Polizei bei Anti-G20-Protest in Hamburg Quelle über dts Nachrichtenagentur

Schon im Vorfeld der von Mitgliedern des linksradikalen Spektrums angemeldeten "Welcome to hell"- Demonstration waren Ausschreitungen befürchtet worden, sie galt als eine der krawallträchtigsten Protestaktionen während des am Freitag offiziell beginnenden G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer. Es habe vereinzelt Flaschenwürfe gegeben.

Wie der RAV in einer Pressemitteilung bekanntgab, sei es in diesem Zusammenhang verwunderlich, dass der seit Wochen als potenziell gewalttätig eingestufte G20-Protestmarsch von der Hamburger Polizei keinerlei spezifische Auflagen erhalten habe - anders als normalerweise bei vergleichbaren Demonstrationen üblich.

Die Demonstration "G20 Welcome to hell" wird von einem gigantischen Polizeiaufgebot begleitet. Unter anderem versuchten sie, zur abgesperrten Elbphilharmonie vorzudringen, wo sich am Abend die G20-Gipfelteilnehmer zu einem Konzert trafen. Kurz vor Mitternacht ist der Spuk noch längst nicht vorbei.

Am Abend vor dem G20-Gipfel herrschte zuvor stundenlang die Gewalt in den Straßen der Hansestadt. Bengalische Feuer werden gezündet. Mit Sitzblockaden werden Straßen und Kreuzungen versperrt, die Polizei setzt Wasserwerfer ein.

Eine Frau klettert auf die Fronthaube eines Sonderwagens der Polizei beim Gorch-Fock-Wall in Hamburg und wird von Polizisten mit Pfefferspray besprüht. Gewalttätige Demonstranten warfen Flaschen, in einigen Straßen brannten Barrikaden, Schaufenster gingen zu Bruch. Die Randale geht weit über das hinaus, was die von den jährlichen 1. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Bayern wollten jeweils 200 Polizeibeamte schicken, die sich von Mittag an auf den Weg nach Hamburg machten. Anmelder Andreas Blechschmidt vom linksautonomen Kulturzentrum "Rote Flora" warf Innenbehörde und Verfassungsschutz dennoch vor, "eine massive Kampagne" gegen Demonstranten zu führen. Am Freitag sei es der Polizei nur mit großer Kraftanstrengung gelungen, die Proteste aus der Sicherheitszone rund um das Gipfelgelände fern zu halten, erklärte sie. Die beiden setzten sich nur von ihren Außenministern begleitet am Freitag beim G20-Gipfeltreffen in Hamburg zusammen. Die Polizei bezifferte die Zahl der Festnahmen auf 83. Als die Einsatzkräfte versuchten, diesen "Schwarzen Block" vom Rest der Kundgebung zu trennen, eskalierte die Lage. Die Polizei sprach von mindestens 76 verletzten Polizisten, von den fünf ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Zahlen über verletzte Demonstranten gibt es zunächst nicht. Melania Trump, Ehefrau des US-Präsidenten, saß stundenlang in ihrer Unterkunft an der Außenalster fest und verpasste den Auftakt mit Hafenrundfahrt und Klima-Vorträgen. Auf der Straße bleiben Scherben, verlorene Schuhe und schwarze Mützen zurück. Stundenlang liefern sich Linksautonome und Polizisten Scharmützel in mehreren Vierteln. Zahlreiche Demonstranten flüchteten in Richtung Reeperbahn oder Altona. Gegen 20.15 Uhr hat der Veranstalter die Demo laut Polizei wegen der Ausschreitungen für beendet erklärt. Auch ihr Sprecher Timo Zill bekommt das zu spüren. Die Polizei meldet, ihr Pressesprecher sei angegriffen worden. Hektisch werden über 1000 Beamte aus anderen Bundesländern in Marsch gesetzt. Dabei gab es nach Polizeiangaben erneut Angriffe gegen Beamte sowie Sachbeschädigungen.

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