Auf einer Bühne: Die Toten Hosen, Polt und die Well-Brüder

Verrückte Mischung Campino und die Well-Brüder kombinieren Punk und bayrische Volksmusik

Steht der bayerische Kabarettist Gerhard Polt mit einer Kuhglocke auf einer Bühne und muht.

"Wir sind Fusion, wie der Gourmet sagt: Schweinshaxe mit Sushi und Currywurst Pommes" begrüßt Tote-Hosen-Frontmann Campino die 700 Zuschauer.

Seine Energie bezog der Abend aus dem ständigen Spiel zwischen brachialen Rheinländern und scharfzüngigen Bayern, doch auch an das österreichische Publikum hatte man gedacht: Gleich im Begrüßungs-Gstanzl der Well-Brüder gab es Zeilen etwa über das Heumarkt-Projekt und den "ewigen Bürgermeister", mit dem die Sargträger noch ein Problem bekommen würden: Denn "für sechse is er z' kurz, und viere können ihn net daheb'n". Die Düsseldorfer Punkband begleitet.

"Und wenn die Sechziger in der vierten Liga auch keine Punkte holen, werdens nie mehr gegen Fortuna Düsseldorf spielen", singt das Ensemble mit Blick auf den Abstieg der Münchner Löwen.

Dazwischen spielten die Toten Hosen - akustisch und unterstützt von den Well-Brüdern - eigene Songs, wobei die Hits nicht so oft live Gehörtem Platz machten. Ein Medley mit viel selbstironischem Klamauk also, die Dramaturgie ergab sich auch aus den Botschaften der drei Acts: Da präsentierten die Well-Brüder in ihrer ironischen Pegida-Hymne ihren Vorschlag gegen die Islamisierung des Abendlandes: "Schweinsbraten für die Welt". Rock braucht keine E-Gitarre. Polt umrahmt das Spektakel. Immer wieder spielt er die Rolle eines unseriösen Talentscouts, der Musiker für seine Eventfirma sucht und den beiden Bands Verträge anbietet. "Wir organisieren auch Klassik, da musst du Idealist sein". Sein Urahne habe Mozart schon gefördert, der Schuldschein liege immer noch in seinem Tresor. Und um dem hochkulturellen Setting gerecht zur werden, ließ man "den Geist Mozarts spüren" mit dem Versuch, den "Vogelfänger" aus der "Zauberflöte" "völlig neu zu lesen": Campino grölte ihn, natürlich in Rockstar-Pose. Die Stimmung ist inzwischen ausgelassen, bei jedem Hosen-Song singt das Publikum mit.

Die Fusion von bayerischer Volksmusik und Kabarett mit rheinischem Punk gelingt, verbunden durch erstklassige Musik und Humor. Auch sie selbst nicht. Bis zum 16. Juli sind die Toten Hosen, Gerhard Polt und die Well-Brüder noch gemeinsam auf Tour.

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