Gericht nennt Liegestütze auf Altar Kunst

Der Künstler

Das Landgericht Saarbrücken hat am Montag das Urteil des Amtsgerichts gegen einen Videokünstler aufgehoben, der auf einem Altar einer katholischen Kirche Liegestütze gemacht hatte und dafür zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt worden war. Zu dieser Einschätzung ist am Montag das Landgericht Saarbrücken in einem Berufungsprozess gekommen.

Die Berufungsinstanz hob ein Urteil des Saarbrücker Amtsgerichts vom Januar auf, das dem freischaffenden Künstler wegen Hausfriedensbruchs und Störung der Religionsausübung eine Geldstrafe von 700 Euro auferlegt hatte. "Kunst ist das, was der Künstler als Kunst bezeichnet", schrieb der Richter in seiner Begründung, ungeachtet dessen, ob diese Kunst gefalle oder provoziere. Karle sei "dezent, ruhig und zurückhaltend" vorgegangen. Der Angeklagte gestand nun jedoch, dass er die etwa 30 Liegestütze im abgesperrten Altarraum der Saarbrücker Basilika Sankt Johann getätigt habe. Pastor Eugen Vogt, der seinerzeit Anzeige gegen den Künstler erstattet hatte, zeigte sich enttäuscht. Dieser sei auch nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt. Die Richter sprachen eine Verwarnung aus und eine Geldstrafe von insgesamt 1.000 Euro, falls der Künstler gegen die Bewährung verstoße. Nach wie vor halte er die Aktion für "ein grob ungehöriges und missachtendes Verhalten".

Nachdem der Diplom-Künstler kürzlich noch mit der Meldung überrascht hatte, dass es sich bei seinem Film "Pressure to Perform" ("Leistungsdruck") nur um eine Videomontage gehandelt habe, blieb er vor Gericht bei seinem ursprünglichen Geständnis. "Ich wollte nur zeigen, wie widersprüchlich das Thema ist, was fiktiv oder real ist", begründete er auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

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