Kundgebung "Welcome to Hell" gestartet

Aufräumarbeiten im Schanzenviertel. Bild SN  APA /Bodo Marks

Auf beiden Seiten gab es Verletzte.

Die Reste brennender Barrikaden dampfen vor sich hin, es stinkt nach verbranntem Müll. Der BDK-Vorsitzende sagte dem "Spiegel", Hamburg hätte niemals Austragungsort des G20-Gipfels sein dürfen: "Die Politik trägt die alleinige Verantwortung für die zahlreichen verletzten Polizeibeamten und die Zerstörung der Stadt".

Kurz vor Mitternacht zählt die Polizei in ihren Reihen mindestens 74 Verletzte. Sie richtete sich vor allem gegen Armut, Krieg und die Ursachen von Flucht. Trump schließt eine militärische Option nicht aus, die aber einen verheerenden Gegenschlag auf Seoul auslösen könnte. Dieses Fazit zog gegen 1.30 Uhr ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr. Am Samstag versammelten sich mehr als 20 000 Menschen zur bisher größten Demonstration gegen den Gipfel, die zunächst friedlich verlief. Es habe jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt keine sehr schweren oder gar lebensbedrohlichen Verletzungen gegeben. Der Polizei gehe es um die Sicherheit der Gipfelteilnehmer, Bürger und friedlicher Demonstranten. Die Maskierung ist in Deutschland verboten.

Knapp eine Stunde stehen sich Demonstranten und Polizei gegenüber, ehe der Veranstalter die Kundgebung für beendet erklärt. Dieser war nur wenige Meter weit gekommen. Der globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilt zudem die Strategie der Polizei. Klimaschützer laufen hier Sturm, weil fossile Energien eigentlich auslaufen müssen, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden sollen.

Später ging es dann wieder friedlicher zu. Dies sei aber nicht gelungen.

Aus dem Demozug entfernten sich im Anschluss immer wieder Gruppen, die in Nebenstrassen verschwanden.

Der Showdown fand indes nicht nur auf der Straße zwischen der Polizei und den Demonstranten statt, sondern auch hinter den Kulissen des Gipfels und womöglich sogar auf offener Bühne. Rund 40 Aktivisten bauten vor der St. Johanniskirche im Stadtteil Altona ein Camp mit rund 15 Schlafzelten auf. Vorbei ist die Auseinandersetzung zwischen Linksautonomen und Polizei jedoch noch lange nicht. Demonstranten hätten Fahrräder und andere Gegenstände angezündet.

"Heute hat die Polizei alle behandelt als wären sie gewaltbereit", sagt Johannes Findeisen empört. Nach Angaben von Polizeipräsident Ralf Martin Meyer sollte die Zahl der eingesetzten Polizisten am Ende wohl bei bis zu 21.000 liegen. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben mit Flaschen und Latten angegriffen, sie setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Sie blieben unverletzt. Mit dem Schrecken kam auch der Pressesprecher der Hamburger Polizei davon, der sich in einen Rettungswagen flüchten musste. Ein Zusammenhang mit dem am Freitag beginnenden Gipfeltreffen werde geprüft.

Im Protestzug mit 12'000 Teilnehmern bewegten sich auch rund 1000 Vermummte im "schwarzen Block".

Ihre Agenda in der Klima- und Handelspolitik verfolge die richtigen Ziele, lobt Japan den Kurs von Angela Merkel vorm G-20-Treffen.

Anders als für andere Veranstaltungen hatte die Polizei für "Welcome to Hell" keine Auflagen erlassen.

Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht hatte am Donnerstag entschieden, dass die Verfügung voraussichtlich rechtmäßig sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich mit den Ergebnissen der zweitägigen Beratungen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer insgesamt zufrieden. Außerdem müsse Merkel deutlich machen, dass Erdogan die Bundesrepublik mit Auftritten vor Anhängern nicht als "Plattform für seine Parteipolitik" nutzen könne. Noch während man Demonstranten aufgefordert habe, ihre Vermummung abzulegen, sei die Polizei bereits massiv gegen Protestierende vorgegangen.

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