Feierlichkeiten zum Gedenken an Putschversuch vor einem Jahr

Erdogan-Anhänger

Der Putschversuch wurde von loyalen militärischen Truppen, zusammen mit Polizeieinheiten und Millionen von türkischen Bürgern, verhindert.

Am Taksim-Platz lieferten sich Polizei und Soldaten wilde Gefechte – Teile des Parlaments wurden aus der Luft und von Panzern beschossen, 290 Menschen starben.

Erdogan-Anhänger protestieren einen Tag nach dem Putschversuch in Istanbul. Ihm wird "Terrorunterstützung" vorgeworfen.

In der Türkei beginnen heute landesweite Feierlichkeiten zum Gedenken an den Putschversuch vor einem Jahr. Auf der Grabstätte sind demnach 15 der nach offiziellen Angaben 249 Todesopfer des gescheiterten Putsches vom 15. Juli 2016 begraben.

Für den Umsturzversuch macht der Boss vom Bosporus den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen verantwortlich, Erdogans Schergen gehen seither mit aller Härte gegen vermeintliche Gülen-Anhänger vor: Mehr als 50.000 Menschen wurden verhaftet, 100.000 Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert und zahlreiche Medien geschlossen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim besuchten einen "Märtyrerfriedhof" im Istanbuler Stadtteil Edirnekapi, wie der Sender CNN Türk berichtete.

Bis Sonntag sind im ganzen Land Gedenkveranstaltungen zum Putschversuch geplant. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli wird es bis spät in die Nacht sogenannte "Demokratiewachen" geben. Höhepunkt ist eine Ansprache von Präsident Erdogan im Parlament in Ankara in der Nacht zu Sonntag um halb zwei unserer Zeit. Das ist der Zeitpunkt, an dem das Parlamentsgebäude vor einem Jahr von Putschisten bombardiert worden war. Gülen weist das zurück. Eine endgültige Zahl der Getöteten der Putschnacht hat die Regierung nicht veröffentlicht.

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