Gabriel: Merkel trägt politische Verantwortung für den G20-Gipfel

Beim Thema Rücktritt kanzelt Scholz Anne Will bissig

Im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe hatte Gabriel der Union in der Diskussion über die Krawalle beim G-20-Gipfel in Hamburg "ein bisher nicht gekanntes Maß an Verlogenheit" vorgeworfen.

Sigmar Gabriel wirft der Union ein "perfides Spiel" vor.

Im Streit um die Bewertung der Krawallnächte vom Hamburger G20-Gipfel wird der Ton zwischen SPD und der Union rau. "Wer seinen Rücktritt will - schon die Forderung halte ich für völlig unangemessen - der muss auch den Rücktritt von Angela Merkel fordern", sagte Gabriel.

Die Kanzlerin habe den Gipfel in ihrer Geburtsstadt im Wahljahr 2017 nutzen wollen, um mit attraktiven Bildern ihr Image aufzupolieren, kritisierte Gabriel.

Mit dieser Attacke geht Gabriel weiter als SPD-Kanzlerkandidat Schulz: Er hatte die Schuldzuweisungen an Scholz als "dumm" bezeichnet, aber ohne die Union oder gar Merkel namentlich anzugehen.

Politisch nannte Gabriel den G20-Gipfel mit Blick auf "die großen Fragen der Menschheit" wie Krieg, Bürgerkrieg, Flucht, Hunger und Armut einen "totalen Fehlschlag". Die Schuld dafür werde aber anderen gegeben. "Und sollte es zu Gewalt kommen, ist ja immer die jeweilige örtliche Politik schuld. In jedem Fall nie Angela Merkel", schimpfte Gabriel weiter. Sie habe damit das "heimliche Ziel" der Selbstinszenierung kurz vor der Bundestagswahl verfolgt, warf ihr eigener Stellvertreter der Kanzlerin vor. Dies sei "infamer und böser Wahlkampf", der geeignet sei, "den Graben zwischen demokratischen Parteien wieder sehr tief auszuheben" und "die politische Kultur auf viele Jahre hin zu vergiften".

In Hamburg war es am Rande des G20-Gipfels zu gewaltsamen Ausschreitungen und Zerstörungen gekommen. Dort war von einer kleineren Gruppe linksextremer Gewalttäter eine ganze Straße verwüstet, Geschäfte geplündert und Autos angezündet worden. Aber auch auf der Seite der Demonstranten gab es Verletzte.

Olaf Scholz hat es zurzeit nicht leicht.

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