Mehr als 300'000 Cholera-Infektionen im Jemen

Rotes Kreuz Mehr als 300.000 Cholera-Verdachtsfälle im Jemen

Sanaa/Wien. Die Cholera-Epidemie im Jemen nimmt immer dramatischere Ausmaße an: Die Zahl der Infektionen ist auf mehr als 300.000 gestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Oktober 2016 von den ersten Cholera-Fällen im Jemen berichtet. Mehr als 1600 Einwohner seien bereits an der Krankheit gestorben. "Die Choleraepidemie breitet sich weiter auf unkontrollierte Weise aus", erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

Schiitische Houthi-Rebellen kämpfen im Jemen seit Anfang 2015 gegen Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe gegen mutmassliche Stellungen der Rebellen. Durch den Konflikt gab es rund 8000 Tote und 45.000 Verletzte. Gesundheits-, Wasserversorgungs- und Abwassersysteme des Landes sind weitgehend zusammengebrochen. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen sind derzeit geschlossen. So ist die eigentlich leicht zu behandelnde Brechdurchfallerkrankung seit einem Dreivierteljahr nicht in den Griff zu bekommen. Cholera wird über verunreinigtes Wasser übertragen.

"Entweder es passiert jetzt etwas, oder in den nächsten Wochen und Monaten werden noch mehr Menschen erkranken", mahnte der zuständige Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen. Die Logistik-Koordinatorin der Organisation, Christina Imaz, erläuterte, es müssten nicht nur Patienten behandelt, sondern auch Häuser desinfiziert und Wasserquellen mit Chlor behandelt werden. Sie wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen.

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