Studie: Kaffeetrinker leben länger

Die gute Wirkung der Bohne

Menschen, die mehr Kaffee konsumieren, würden, laut Forschern ein geringeres Risiko bei allen Todesursachen aufweisen.

Um ein möglichst klares Bild von den Einflüssen des Kaffeekonsums zu bekommen, hatten die Wissenschaftler andere für das Sterberisiko relevante Faktoren wie die Ernährung oder das Rauchen aus der Studie herausgerechnet.

So haben Hauptautor Marc Gunter und sein Team herausgefunden, dass diejenigen Männer, die besonders viel Kaffee (mehr als 580 Milliliter am Tag) tranken, eine geringere Sterbewahrscheinlichkeit hatten. Bei den Frauen waren es dagegen sieben Prozent.

Die Ergebnisse der Untersuchung legen aber nahe, dass moderater Kaffeegenuss von etwa drei Tassen am Tag nicht schädlich für die Gesundheit sei, sondern dass das Heißgetränk sogar gesundheitliche Vorteile haben könnte. Drei Tassen am Tag seien nicht schädlich für die Gesundheit. Die Ergebnisse solcher Studien würden gerne sensationalisiert, obwohl sie meist keine Aussagen zur Kausalität zuließen - in diesem Fall zu der Frage, ob Kaffee wirklich länger leben lässt.

Kaffee ist den Studienautoren zufolge eines der beliebtesten Getränke der Welt: Schätzungen zufolge werden jeden Tag 2,25 Milliarden Tassen rund um den Globus getrunken - und das, obwohl Kaffee lange Zeit als gesundheitsschädlich galt.

Es sei auch möglich, dass die gesundheitlichen Effekte gar nicht vom Kaffee stammen. Ob Espresso oder Filterkaffee - je nach Sorte und Zubereitungsart enthält Kaffee immerhin bis zu 1000 verschiedene Stoffe.

Die Weltgesundheitsorganisation gab letztes Jahr bekannt, dass der Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und Kaffee nicht nachgewiesen werden konnte. Nun gibt es neue Hinweise.

Hervorzuheben sei, dass die "Ergebnisse in allen zehn europäischen Ländern ähnlich waren, mit unterschiedlichen Kaffee-Trinkgewohnheiten und Bräuchen". Sie stellten fest, dass jene Probanden, die Kaffee konsumiert haben ein geringeres Risiko an Kreislauferkrankungen und Erkrankungen im Verdauungstrakt zu sterben, aufgewiesen.

Als Grundlage der Untersuchung diente den Forscherteams die große europäische Langzeitstudie Epic ("European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition"). 16 Jahre nach der ersten Befragung der Studienteilnehmer waren fast 42 000 von ihnen gestorben.

Auch in der aktuellen Studie zeigten sich positive Auswirkungen auf die Leber: "Wir fanden heraus, dass das Trinken von mehr Kaffee mit einem günstigeren Leberfunktionsprofil und einer besseren Immunantwort verbunden war", erläuterte Marc Gunter. Laut Experten wurde dies bereits in anderen Studien gezeigt, allerdings nicht in der gleichen Genauigkeit. Das sei insbesondere deswegen interessant, da sich Stellenwert und Zubereitung von Kaffee diesseits und jenseits des Atlantiks erheblich unterscheiden würden. Der Sozialstatus habe jedoch große Auswirkung auf die Gesundheit. Leider betrachte die neue Studie einzelne EU-Länder nicht separat.

Ernährungsexperte und Buchautor Sven-David Müller ("Das große Bluthochdruck Kochbuch", Schlütersche Verlagsgesellschaft) gibt eine Einschätzung.

Müller: "Kaffee ist ein echter Gesundheitsdrink". Voller antioxidativer Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe.

Kaffee zählt zu den beliebtesten Getränken der Deutschen.

"Wie viel Kaffee ist gesund?".

Müller: "Wir können ruhig bis zu vier Tassen täglich trinken - also einen halben Liter". "Sie spielen eine wichtige Rolle in der Krebsprävention". Wer mag und es gut verträgt auch mehr. Wer unbedingt dick und krank werden will, trinkt Kaffee mit viel Zucker.

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