Schülerzahlen in Deutschland werden stark steigen

Studie: Steigende Schülerzahlen erfordern zehntausende zusätzliche Lehrer

Das haben Forscher im Auftrag der Bertelsmann Stiftung berechnet.

Im Jahr 2025 sei mit 8,3 Millionen Kindern und Jugendlichen an den allgemeinbildenden Schulen zu rechnen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung.

Auf Bund und Länder kommen angesichts des in der Studie prognostizierten Bedarfs Zusatzkosten von 4,7 Milliarden Euro allein im Jahr 2030. Die Forscher warnen: Diese offizielle Prognose sei viel zu niedrig. Auf die Bundesländer kämen erhebliche Investitionen zu, weil es nicht genug Lehrer und auch nicht genug Räume gebe. "Mit diesem Schülerboom hat kaum jemand gerechnet", sagt Dräger, " jetzt besteht Handlungsdruck, viele Bundesländer müssen komplett umdenken". Nach Schätzung der Bertelsmann-Stiftung müssen die Bildungsausgaben 2030 rund 4,7 Milliarden Euro höher sein als jetzt.

Die Experten haben auch gleich ausgerechnet, welche Summe für die zusätzliche Lehrerausbildung, Schulbau und Beschäftigung von Lehrern pro Jahr aufgebracht werden müsste. Ähnliche Engpässe kämen dann später auf die weiterführenden Schulen zu.

Die Sekundarstufe I muss demnach bis 2030 mit neun Prozent mehr Schülern rechnen, dadurch würden sogar 27.000 zusätzliche Lehrer benötigt.

Für angehende Pädagogen stehen rosige Zeiten ins Haus - für Schulbehörden in Ländern, Kreisen und Kommunen wird es um die Verwaltung des Mangels gehen, wenn die Vorhersagen der Forscher eintreffen. Anstatt wie in der Vergangenheit Grundschulen zu schließen, müssten neue Standorte eröffnet werden.

Überproportional betraf das Landschulen in Ostdeutschland, die wahrscheinlich trotz des prognostizierten Booms dauerhaft geschlossen bleiben. Dabei ging man nicht von einer steigenden, sondern von einer abnehmenden Schülerzahl aus. In den westdeutschen Flächenländern und vor allem in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sei der Bedarf am größten.

Damit platzt der Traum von der "demografischen Rendite", auf den die Kultusminister bislang gesetzt haben.

In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren, zudem wandern viele junge Menschen zu. Angesichts der vielen Flüchtlingskinder hatte Klaus Klemm schon im vergangenen Jahr davor gewarnt, dass die demografische Rendite obsolet sei, insbesondere Grundschulen schnell wachsen müssten. "Jetzt gilt es, in zusätzliche Lehrer und Schulen zu investieren", forderte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Er empfiehlt der KMK, ihre Prognose der Schülerzahlen zu aktualisieren. Seit wenigen Jahren steigt die sogenannte Geburtenziffer wieder, zwar nur leicht, aber offenbar mit weitreichenden Folgen: "Ich war zunächst selbst überrascht, dass eine scheinbar marginale Veränderung bei der Geburtenrate sich so stark auf die Zahl der Schüler auswirkt", sagt Zorn. Die Bertelsmann Stiftung erwartet 2025 in den Grundschulen 22 Prozent mehr Schüler als die KMK. Die Bertelsmann-Stiftung will einem Sprecher zufolge Mitte 2018 eine neue Prognose für die Schülerzahlen und im Herbst 2018 eine Prognose für den Lehrerbedarf vorlegen. Auch dafür, wie die neuen Schulen aussehen sollen, gibt es schon ein Konzept, zumindest theoretisch.

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